46
einen Gast von des Ritters Aussehen zu empfangen, mit einererdichteten Geschichte in Anspruch, welche so umständlich war undihr so geläufig vom Munde ging, daß Herr Piercie dessen Er-findungsgabe nicht zu den glänzendsten gehörte, wirklich staunte.Sie setzte dem Gasthalter aus einander, dieß sei ein großer eng-lischer Ritter, welcher von dem Kloster an den schottischen Hofreisete, nachdem er sein Gelübde an die heilige Maria erfüllt,und daß sie die Weisung erhalten habe, ihn so weit auf demWege zu führen, und daß Bläß, ihr Klepper unterwegs gestürztsei, weil er übermüdet worden sei, als er dem Schaffner vonLanghöpe die letzte Ladung Mehl zugeführt habe, und daß, sie denBläß in dem Park des Arbeitsvogtes in der Nähe von Cripple-croß zum Grasen eingestellt habe, denn er habe vor Müdigkeitso still gestanden wie Lot's Weib, und daß der Ritter sie mitArtigkeit genöthigt habe, hinten aufzusitzen, und daß sie ihn lieberan das Wirthshaus eines Kunden gebracht habe, als an dieWohnung des stolzen Peter Peddi, welcher sein Malz auf denMellersteiner Mühlen holte, und daß er das Beste herbeischaffenmüsse, was sein Haus liefern könnte, und daß er es den Augen-blick zurichten müßte, und daß sie bereit sei, in der Küche zuhelfen.
Alles dieß ging ihr glatt von der Zunge ohne einen Augen-blick des Besinnens dazwischen und ohne den geringsten Zweifelvon Seiten des Gastwirthes. Das Pferd des Gastes ward inben Stall geführt, und ihm selber ward die reinlichste Ecke undder beste Sitz angewiesen, welche im Hause zu finden waren.Gretel, stets thätig und dienstfertig, war sofort beschäftigt, dieMahlzeit zu bereiten, den Tisch zu decken und die besten Anord-nungen, welche die Erfahrung ihr an die Hand gab, zur Ehreund zur Bequemlichkeit ihres Gefährten zu treffen. Er hättedieß gern verhindert. Denn so angenehm ihm auch das rege.