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4 (1851) Das Kloster
Entstehung
Seite
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Shafton ist arm," fuhr der Ritter fort,aber laßt diese Kettebezeugen, daß er nicht undankbar ist gegen seine Befreierin.

Mit diesen Worten nahm er die früher beschriebene kostbaregoldne Kette mit dem Medailion vom Halse und legte sie in diemalte Hand des armen Mädchens. Sie nahm sie weder an,noch stieß sie dieselbe zurück. In Anspruch genommen von denlebhaftesten Gefühlen, schien sie kaum zu bemerken, was er that.

Wir treffen uns wieder," sprach Herr Piercie Shafton,wenistens hoffe ich es. Mittlerweile weine nicht ferner, schöneMolinara, dafern Du mich liebst."

Diese Beschwörungsformel war eine abgedroschene Redens-art, hatte aber in Gretel's Ohren einen tieferen Sinn. Sie trock-nete ihre Thränen, und als der Ritter in aller ritterlichen Artig-keit und Höflchkeit sich bückte, um sie zum Abschied zu umarmen,stand sie auf, um die dargcbotene Ehre in einer achtungsvollerenStellung zu empfangen und nahm bescheiden und dankbar denGruß an. Herr Piercie bestieg sein Pferd und ritt eine Strecke fort.Neugier oder vielleicht ein stärkeres Gefühl, veranlaßtc ihn zurück-zublicken und er sah die Müllerstochter regungslos aus demselbenFleck stehen, wo sie geschieden waren, indem sie die Augen nach ihmgerichtet und die Kette unbeachtet von der Hand herabhängen ließ.

Jetzt begann der Ritter, die Empfindungen Gretel's und denBeweggrund ihres ganzen Handelns zu ahnen. Die Weltleutejener Zeit, fern von schmutziger Selbstsucht, hochstrebend undhochgesinnt selvst in ihrer Ziererei, blieben dem erniedrigendenund heillosen Treiben fern, welches man gemeine Liebschaften zunennen pflegt. Sie machten nicht Jagd auf die geringen Mäd-chen des platten Landes, sie erniedrigten nicht ihren Stand, umländliche Unschuld des Friedens und der Tugend zu berauben.Da sonach Eroberungen auf diesem Gebiet nicht Gegenstand ihresStrebens waren, so wurden dieselben, wenn sie sich von selbst