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ganz den Kopf verrückt. Herr Piercie hatte dieß bemerkt. Es schmei-chelte ihm, daß sein Werth doch nicht von allen Seiten mißkanntwurde, und er hatte darum Greteln bedeutend mehr Höflichkeiterwiesen, als wozu sie, nach seinen Begriffen, ihr Stand berechtigte.Diese gute Saat ging nicht verloren. Gretcl hatte die Höflichkeitenmit tiefer Ehrfurcht und» mit innigem Dank ausgenommen, undnun da noch die Besorgniß um sein Leben hinzukam, fingen dieseEmpfindungen an, ihr zärtliches Herz auf's tiefste zu bewegen.
Es war (dachte sie) sehr unrecht von ihm, Halben Glendin-ning zu tödten. Aber er war ein geborner Edelmann, ein Kriegs-mann und dabei so artig und höflich, daß ganz gewiß der Streitlediglich von dem jungen Glendinning ausgegangcn war. Manwußte, die beiden Jungen waren so vernarrt in diese MariaAvenel, daß sie kein anderes Mädchen im Stift ansahen, als obsie etwas Besseres wären. Und dann war Halbert's Kleidungeben so bäurisch, als seine Manieren hochmüthig, und dieser armejunge Herr, gekleidet wie ein Fürst, verbannt aus seiner Hei-math, war in Streit verwickelt worden mit einem rohen Hän-delsucher und wurde nun verfolgt und sollte wahrscheinlich um-gebracht werden durch dessen Verwandte.
Grctel weinte bitterlich beH'esem Gedanken. Ihr Herzempörte sich wider eine solche Grausamkeit gegen einen hülflosenFremdling, welcher so köstlich gekleidet war und so 'anmuthigredete, und sie begann zu überlegen, ob sie ihm nicht einigenBeistand in seiner Noth leisten könnte.
War vorher ihre einzige Sorge gewesen, wie sie unbemerktaus ihrem Erker hinauskommen möchte, so begann sie jetzt zudenken, daß der Himmel sie hieher geführt habe zur Rettung undBeschützung des verfolgten Fremdlings. Sie war von schlichterund liebreicher Gemüthsart, aber zu gleicher Zeit hatte sie einenregen und unternehmenden Sinn, besaß mehr als weibliche Körper-