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4 (1851) Das Kloster
Entstehung
Seite
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kraft und mehr als weiblichen Muth nur eben dabei ein Köpfchen,welches sich so leicht durch schöne Kleider und Redensarten verdrehenließ, wie es sich nur immer ein feiner junger Herr wünschen mag.Ich will ihn retten," dachte sie,das ist das Erste, was geschehenmuß und dann bin ich begierig zu hören, was er zu dem armenMüllermädchen sagt, welches für ihn gewagt hat, wovor alle zar-ten Damen in London und Holyrood zurückgebebt sein würden."

Die Klugheit zupfte sie am Aermel, als sie sich diesen ge-fährlichen Gedanken überließ, und bedeutete ihr, je wärmer HerrnPiercie's Dankbarkeit, desto gefährlicher vermuthlich würde siefür seine Wohlthäterin sein. Ach arme Klugheit! Du kannstmit unserem Sittenlehrer sagen:

Ich predige ewig, doch immer vergebens."

Während Du Deine Warnungen in ihr ungeduldiges Ohr flüs-terst, wirft die Müllerstochker einen Blick in den kleinen Spiegel,neben welchen sie ihre kleine Lampe gestellt hat, und der Spiegelwirft ihr ein Gesicht mit strahlenden Augen zurück, hübsch wieimmer, jetzt aber veredelt durch jenen Ausdruck, welcher der Ent-schlossenheit zu einer Handlung hochherziger Kühnheit eigen ist.

Sollten diese Züge, diese Augen vereint mit dem Dienst,welchen ich ibm zu leisten im Begriff stehe, Nichts dazu beitra-gen, den Unterschied des Standes zwischen uns zu beseitigen?"So fragte weibliche Eitelkeit die Phantasie. Und da selbst diePhantasie nicht wagte, eine entschieden bejahende Antwort zu geben,so wurde als vermittelnder Schlußgedanke angenommen:Laßmich erst dem trefflichen jungen Manne helfen, und für dasWeitere mich auf das Glück verlassen."

So entfernte das verwegene aber hochherzige Mädchen jedenGedanken an ihre eigne Person und richtete ihre ganze Aufmerk-samkeit auf die Ausführung dieser Unternehmung.