kammer bringen zu lassen, da er hier die Nacht über bewachtwerden sollte; denn er wünschte sich umzukleiden.
„Ja, ja," murmelte der Mönch, indem er die WendeltreppeHinaufstieg, „bringt ihm geschwind feinen Flitterstaat. Wie dochein Mann, für welchen so manches edle Ziel seines Strebens vor-handen wäre, wie ein Hans Narr an einer bordirlcn Jacke undeiner Schellenkappe seine Freude haben mag! — Ich muß jetzt andas traurige Geschäft gehen, ein Wesen zu trösten, welches fast un-tröstlich ist, eine Mutter, die um ihren Erstgebornen weint."
Er klopfte leise an und trat in das Fraucngemach. Hierfand er Marien Avenel sehr unwohl im Bette liegend, DameGlendinning und Tibb ihrem Schmerz nachhängend bei einemerlöschenden Feuer und bei einer kleinen eisernen Lampe. Diearme Elspeth hatte ihre Schürze vor dem Gesicht und schluchzteund weinte bitterlich um ihren schönen, braven Halbert, dasEbenbild ihres theuren Simon Glendinning, „die Stütze ihrerWittwenschast und den Stab ihres Alters."
Die treue Tibb hallte ihre Klagen nach und gelobte, lauterund heftiger, schwere Rache über Herrn Piercie Shafton, „wennnur noch ein Mann im Süden wäre, der eine Fuchtel ziehen,oder ein Weib, welches ein Reibeisen werfen könnte." Die Gegen-wart des Subprior machte diesem Geschrei ein Ende. Er setztesich neben der unglücklichen Mutter nieder und suchte durchGründe der Religion und der Vernunft die heftigen Gefühle derDame zu besänftigen. Allein seine Bemühungen waren frucht-los. Sie hörte ihm zwar mit einiger Aufmersamkeit zu, als ersein Wort gab, seinen ganzen Einfluß bei dem Abt aufzubieten,daß die Familie, welche ihren Erstgebornen durch einen, auf seinGeheiß aufgenommenen, Gast verloren hätte, den besonder» Schutzdes Klosters genießen, und daß Simon Glendinning's Lehen, ver-krößert und mit größeren Freiheiten begabt, aus Edward übertragen