Druckschrift 
4 (1851) Das Kloster
Entstehung
Seite
11
Einzelbild herunterladen
 

11

Der Gnädige Herr Abt wird icine Hcrrschaftsrechte zu be-haupten wissen sowohl mit dem weltlichen, wie mit dem geistlichenSchwert," versetzte der Mönch.Bedenkt übrigens, wenn wirEuch morgen Eurem Werter nach Alewick oder Markwarth zu-schickten, so dürfte derselbe nichts Anderes thun, als Euch inFesseln der Königin von England überliefern. Erwägt HerrRitter, daß Ihr auf schlüpferiqem Boden steht, und daß Ihrwohl daran thut, Euch zu bescheiden, hier als Gefangener zu blei-ben, bis derAbt die Sache entscheidet. Es sind hier gewaffnete Leutegenug, um alle Eure Fluchtversuche zu rcreiteln. Wappnet Euchdarum mit Geduld und Ergebung, um Euch in Eure Lage zu fügen."

So sprechend klatschte er mit den Händen und rief. Ed-ward trat ein mit zwei wohlbewaffneten jungen Leuten, die aufseine Einladung herbeigeeilt waren.

Evward," sprach der Subprior,Ihr werdet den engli-schen Ritter hier in dieser Speisekammer mit gebührlicher Nah-rung und mit Bequemlichkeiten für feine Nachtruhe versehen undihn so freundlich behandeln, als ob nichts zwischen Euch vorge-fallen wäre. Auf der andern Seite werdet Ihr eine hinlänglicheWache aufstellen und sorgfältig Acht haben, daß er nicht ent-fliehe. Sollte er versuche» herauszubrechen, so widersteht ihmauf Leben und Tod. Aber in keinem anderen Fall krümmt Ihrihm ein Haar; dafür seid Ihr verantwortlich."

Edward Glendinning antwortete:Um Eurem Befehl Folgezu leisten, Ehrwürdiger Herr, will ich nicht mehr in seine Nähekommen. Denn eine Schande wäre es für mich, den Friedendes Stiftes zu brechen, aber keine geringere Schande auch, denTod meines Bruders ungerächt zu lassen."

Während er sprach, wurden seine Lippen bleich, und dasBlut zog sich aus seinen Wangen zurück. Er wollte das Gemachverlassen, da rief ihn der Subprior zurück und sagte in feierlichem