würdigen Person, meines Meisters Würde geachtet werde unddaß die Sünde nicht auf Erschlaffung der Bande der Zucht baue."
„Holla, hal inne," fiel der Freiherr ein. „Du bist hiehergeschickt, um Schutz zu finden, aber nicht, denk' ich, um mir zupredigen oder mich zu meistern. Was willst Du, Herr Prediger?Bedenke, daß Du zu Einem sprichst, dessen Geduldsfaden etwaskurz ist, der eine kurze Gesundheit und einen langen Zug liebt."
„Nun, mit einem Work," sprach Heinrich Warden, „istdiese Frau" — —
„Was?" fuhr der Freiherr auf. „Was haß Du von dieserDame zu sagen?"
„Ist sie Deine Hausfrau?" fragte der Prediger, nachdemer sich einen Augenblick auf die beste Ausdrucksweise seines Gedan-kens besonnen hatte. „Ist sie mit einem Wort Deine Gemahlin?"
Das unglückliche Weib drückte ihre beiden Hände auf's Ge-sicht, wie um es zu verbergen; allein das tiefe Erröthen ihrerStirn und ihres Halses vcrrieth die gleiche Gluth auf ihrenWangen, und die hervorbrcchenden Thränen, welche ihren Wegzwischen den zarten Fingern fanden, bezeugten ihren Schmerzsowohl wie ihre Scham.
„Nun, bei meines Vaters Asche!" rief der Freiherr sich er-hebend und seinen Schemel mit solcher Heftigkeit wegstoßend, daßer wider die gegenübrrstehende Wand fuhr. Augenblicklich aberbezwang er sich, und murmelle: „Was soll ich mir Ungelegen-heiten machen wegen des Wortes eines Narren?" nahm seinenSitz wieder ein und antwortete kalt und höhnisch: „Rein HerrPriester oder Herr Prediger, Katharine ist nicht meine Gemahlin,— hör' auf mit Deinem Gewimmer, Du albernes Mensch! —Sie ist nicht meine Gemahlin, aber sie ist gehandsestet mit mir,und dies macht sie zu einem eben so anständigen Weibe."
„Gehandsestet?" wiederholte Warden.
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