Dreizehntes Kapitel.
Läßt sich ein holdes Weib bcthören.Und sieht zu spät, der Mann ist falsch.
Julian von Lvenel sah mit Erstaunen das Benehmen de«ehrwürdigen Fremden. „Hol' mich der Kuckuck," sprach er, „dieseneumodischen Glaubcnsmänner halten Fasttage; die alten pflegtendiese Segnungen den Laien zu überlassen."
„Wir wissen von keiner derartigen Regel," versetzte der Pre-diger. „Wir halten dafür, daß unser Glaube nicht im Genußoder Enthaltung von gewissen Speisen an gewissen Tagen besteht;und beim Fasten zerreißen wir unsere Herzen und nicht unsere Kleider."
„Desto besser — desto besser für Euch selber und desto schlim-mer für Gevatter Schneider," sprach der Freiherr. „Aber komm,setz' Dich und wenn Du schlechterdings ein Stück von Deinem Amtzum Besten geben mußt, so brumme Deinen Zauberspruch."
„Freiherr," sprach der Prediger, „ich bin in einem fremdenLand, wo weder mein Amt noch meine Lehre bekannt ist, und wowie es scheint, beide gewaltig mißverstanden werden. Es ist meineSchuldigkeit, mich so zu verhalten, daß in meiner, obwohl un-