herabkommendcn Menschen erspähte. Es war nicht die Gestalteines Hirten oder Jägers oder sonst eines Menschen, wie sie durchdiese Wildniß zu gehen pflegten, besonders vom Norden her, wo,wie der Leser sich erinnern wird, ein weitläufiger gefährlicherMorast lag, in welchem der Bach entsprang.
Haiberr indeß verlor keine Zeit mit Ueberlegen, wer derWanderer und was der Zweck seiner Reise sein möchte. Zu wissen,daß er ein menschliches Wesen sah. zu denken, daß er in seinerNoth Rath und Beistand von einem Mitgeschöpf empfangenkönnte, war ihm für den Augenblick genug. Er sprang von demGipfel des Felsens in den Baum, testen Aeste in die Luft hin-aushingen, und dessen Wurzeln in der Felsspalte ruhten. Dennächsten Zweig fassend, ließ er sich von der beträchtlichen Höhehinabfallen, und so groß war die Federkraft seiner jugendlichenGlieder, daß er nicht unsanfter und eben so unversehrt auf demBoden anlangte, wie der herabschicßende Falke.
Sich wieder in vollen Lauf nach dem obern Tneil der Schluchtsetzen, war das Werk eines Augenblickes. Um eine Ecke nachder anderen bog er neben den Krümmungen des Baches herum,und immer wollte sich die Gestalt noch nicht zeigen, welche ersuchte. Er begann zu fürchten, die, aus der Ferne geseheneErscheinung möchte in der Luft verschwunden und entweder einTrug seiner Einbildungskraft oder eine Täuschung der im Thalspukenden Elementargeister gewesen sein. Endlich beim Umbiegenum einen gewaltigen Felsen erblickte er zu seiner unaussprech-lichen Freude gerade vor sich und in ganz geringer Entfernungeinen Menschen, dessen Kleidung nach einem flüchtigen Blick ihmdie eines Pilgers zu sein schien.
Es war ein bejahrter Mann mit einem langen Bart, einemgroßen Hut mit niederhängenden Krämpen ohne Band noch Verzie-rung auf dem Kopfe. Sein Gewand war ein Leibrock von schwarzem