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Der Ritter nahm die silberne Nadel aus der Hand des gutenPaters, betrachtete sie mit großer Ruhe, gab sie dem Subpriorzurück und sprach: „In Wahrheit, ehrwürdiger Vater, ich mußmich wundern, wie die, Euren Silbcrhaaren und Eurem Ranggeziemende Weisheit gleich einem kläffenden Hunde (entschuldigtdie Vergleichung) auf der falschen Fährte anschlagcn mag. Ichmüßte doch wahrlich leichter zu bewegen sein, als das Espenlaub,welches beim geringsten Hauch des Himmels zittert, könnte ichdurch ein Zeichen, wie dieses, berührt werden, welches für michgerade so viel ist, wie dieselbe Quantität Silber in Groschenausgemünzt. Die Wahrheit ist, daß ich von früher Jugend aneiner Krankheit unterworfen bin, von welcher Ihr mich so ebenhabt heimgesucht werden sehen — einem grausamen Schmerz,der durch Mark und Bein geht, gleich wie ein guter Flambergin der Hand eines braven Kriegers durch Fleisch und Sehnen haut;aber er geht schnell vorüber, wie Ihr selber bcurtheilcn könnt."
„Aber," nahm der Subprior das Wort, „dies erklärt durch-aus nicht den Umstand, daß der junge Mensch Euch dietz StückSilber vorhielt, als ein Zeichen, wodurch Euch Etwas zu ver-stehen gegeben würde, und zwar, wie wir nothwendig vermuthenmüssen, Etwas Unangenehmes."
„Ew. Hochwürden steht es frei zu vermuthen, was Sie will.Mir gebührt es nicht, Euer Urrheil auf die rechte Fährte zuleiten, wenn es auf der falschen ist. Hoffentlich bin ich dochnicht gehalten, für die albernen Handlungen eines naseweisenJungen Rede zu stehen?"
„Sicherlich," versetzte der Subprior, „werden wir eine Un-tersuchung nicht fortsetzen, welche unserem ehrcnwerthcn Gasteunangenehm ist. — Indessen," sprach er, an den Abt sich wendend,„dürfte dieser Vorfall den Plan ändern, welchen Ew. Gnaden in