„Ei, ei, mein Sohn," versetzte der Abt. „Sieh' da! Ihrhabt ja recht frühe schon gelernt, Entschließungen zu soffen, ohneDiejenigen zu fragen, welche Eure natürlichen Vorgesetzten sind.Aber darf ich fragen was dies für ein weiser Entschluß ist?"
„Meinem Bruder und meiner Mutter," antwortete Halbert,„meinen Antheil an dem, weiland von meinem Vater, SimonGlendiniiing, besessenen Lehen von Glendearg zu überlassen, Ew.Gnade zu bitten, gegen sie derselbe gütige und großmüthige Herrzu sein, wie Eure Vorfahren, die Aebte zu S. Marien, gewesensind, und meinerseits mein Glück zu suchen, wo ich es am bestenfinden mag."
Da wagte Dame Glendinning, von mütterlicher Angst ge-triben, das Stillschweigen zu brechen mit dem Ausruf: „AchDu mein Sohn!" Edward, an seines Bruders Seite hängend,sprach halb und flüsterte halb: „Bruder! Bruder!"
Der Subprior nahm die Sache in ernst - tadelnder Weise,gemäß dem Antheil, welchen er stets an der Familie von Glcn-dearg genommen hatte.
„Eigensinniger junger Mann," sprach er, „welche Thorheitkann Dich treiben, die zu Deiner Hülfe ausgestreckte Hand zu-rückzustoßen? Welches träumerische Ziel hast Du vor Dir, dasim Stande wäre, das von Dir verschmähte anständige Auskom-men zu ersetzen?"
„Vier Mark jährlich, ehrlich und redlich," sprach der Kü-chenmeister.
„KuhgraS, Wams und Hosen," siel der Tafeldeckcr ein.
„Ruhig, meine Brüder," sprach der Subprior. „Möge esEw. Gnaden, ehrwürdiger Vater gefallen, auf meine Bitte tiefemhartköpfigen Jüngling einen Tag Bedenkzeit zu gestatten; ichwill cs dann auf mich nehmen, ihn zu belehren, was er in dieserSache Ew. Gnaden, seiner Familie und sich selber schuldig ist."