den fremden Ritter und Halbcrt allein lassen würde, auf dieGefahr hin, daß sic abermals an einander geriethcn. Augenblicklichkehrte sie an der Thür um, und nahm Platz auf einem steinernenSitz am Fenster, entschlossen, durch ihre Anwesenheit die ge-fürchtete Lebhaftigkeit Halbert's im Zaum zu halten.
Der Fremde hatte ihre Bewegungen beobachtet. Sei es,daß er sie als eine Einladung deutete, ihr Gesellschaft zu leisten,oder sei es in Befolgung der Gesetze der Galanterie, welche ihmnicht erlaubten, eine Dame still und allein dasitzen zu lassen, —genug, er setzte sich augenblicklich in ihre Nähe und begannfolgendermaßen die Unterhaltung:
„Glaubet mir, schönes Fräulein, ich bin entzückt, hier in derEntfernung von den Annehmlichkeiten meiner Hcimath, in dieserunscheinbaren Waldhütkc des Nordens eine anmuthige Gestalt undeine schöne Seele zu finden, mit welcher ich meine Gefühle aus-tauschen kann. Laßt mich insbesondere Euch bitten, holdes Fräulein,nach dem gegenwärtig an unserem Hof, dem Lustgarten des feinstenWitzes, herrschende» Gebrauch mit mir gewisse Benennungen aus-zutauschen zur Bezeichnung meiner Ergebenheit zu Eurem Dienste.Erlaubt zum Beispiel, daß ich Euch hinfüro meine Beschirmungnenne, und laßt mich Eure Freundlichkeit sein."
„Unsere nordischen und ländlichen Sitten," versetzte Maria,„erlauben uns nicht den Austausch von Beinamen mit Solche»,denen wir fremd sind."
„Ei, seht doch," sprach der Ritter, „wie Ihr stutzig seid!gerade wie das ungebändigte Roß scheut vor der Bewegung einesTaschentuchs, obwohl cs seiner Zeit dem Flattern einer Fahnebegegnen muß. Dieser höfliche Austausch von Beinamen ich nichtsAnderes als die Komplimente, welche zwischen Mannhaftigkeit undSchönheit gewechselt werden, wo und unter welchen Umständenimmer sie sich begegnen mögen. Elisabeth von England selber nennt