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und völlig verlöschen. Tiefste Finsterniß erfolgte, aber Halberthatte keine Zeit, seine Lage zu überlegen, denn das weiße Fräuleinhatte bereits seine Hand gefaßt, und sie fuhren aufwärts mitderselben Schnelligkeit, mit der sie niedergefahren waren.
Aufgetaucht aus den Eingeweide» der Erde, standen sie ander Quelle im Corrinan-shian. Halbert, einen irren Blick um-hcrwerfend, bemerkte zu seinem Erstaunen, daß die Schatten langnach Osten zu fielen und daß der Lag sich zu Ende neigte. Ersah seine Führerin an, um Erklärung zu erhalten, allein ihre Ge-stalt fing an, vor seinen Augen zu schwinden — ihre Wangenwurden bleiche», ihre Gesichtszüge undeutlicher, ihr Leib schemenartigund sich mit dem in der Kluft aufsteigcnden Nebel vermischend.Was vorher das Ebenmaß und die eben so klaren als zarten Farbenweiblicher Schönheit gehabt hatte, glich jetzt dem durch die Luft zit-ternden, bleichen Geist eines an Liebeskummer gestorbenen Mädchens,wie ihr treuloser Geliebter ihn undeutlich bei Mondschein erblickt.
„Halt', Geist!" rief der Jüngling, kühn gemacht durch seinenAufenthalt in dem unterirdischen Dom, „Dein Wohlwollen darfmich nicht mir selber überlassen, wie Einem, der mit einer Waffebeschwert ist, ohne zu wissen, wie er sie gebrauchen soll. Dumußt mich die Kunst lehren, dieß Buch zu lesen und zu verstehen;denn was hilft mir sonst der Besitz?"
Aber die Gestalt des weißen Fräuleins schwand immer mehrvor seinen Augen, bis sie ein so schwacher, blasser Umriß wardwie der Mond an einem späten Wintermorgen, und ehe sie denfolgenden Gesang vollendet hatte, war sie gänzlich unsichtbar.Ach! uns gebrichtDas höh're Licht
Au deuten, was der Ew'ge spricht.
Adams Söhnen ist's gegeben;
Uns den bunten Luftgeweben,
Uns ward solche Gnade nicht.