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4 (1851) Das Kloster
Entstehung
Seite
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brannte nicht gleichförmig oder bewegungslos, sondern bald größer,bald kleiner, bald in einer Pyramide dichter weißer Gluth biszur halben Höhe des Gewölbes emporschlagend, bald wieder zu-sammensinkend in sanfterem rosigem Schimmer und über demAltar flackernd, gleichsam um Kraft zu einem Aufschwung zusammeln. Sein Brennstoff war nicht zu sehen, eben so wenigwar der geringste Rauch oder Dunst zu bemerken.

Das Merkwürdigste aber war, daß das schwarze Buch un-verzehrt, ja nicht im Geringsten angegriffen, in diesem Feuerlag, welches dem Anschein nach stark genug, um den Diamantzu schmelzen, ganz ohne Wirkung auf die ihm ausgesetzlen Blät-ter blieb.

Das Weiße Fräulein, nachdem es dem Jüngling Zeit gelassenhatte, Alles, was um ihn war, zu betrachten, sang in ihrer ge-wöhnlichen Weise:

Hier liegt das Buch, das Du kühnlich verlangt.

Faß es und nimm es, dafern Dir nicht bangt."

Vertraut mit Wundern und voll verzweifelter Entschlossen-heit, seinen Muth zu zeigen, griff Halbert ohne Zögern in dieFlamme, hoffend, daß es ihm durch die Raschheit der Bewegunggelingen würde, das Buch herauszureißen, ohne daß die Flammeseine Hand verletzte. Aber er täuschte sich. Augenblicklich ergriffdas Feuer seinen Aermel, und obwohl er ohne Zögerung die Handzurückzog, war sein Arm doch so schrecklich verbrannt, daß er fastlaut aufgeschrieen hätte. Er unterdrückte jedoch seinen Schmerzund rerricth denselben nur durch eine krampfhafte Bewegungund ein leises Stöhnen. Das Weiße Fräulein fuhr mit keinerkalten Hand über seinen Arm, und ehe sie den folgenden Gesangvollendet hatte, war der Schmerz verschwunden, und kein Brand-mal mehr sichtbar.