Druckschrift 
4 (1851) Das Kloster
Entstehung
Seite
196
Einzelbild herunterladen
 

196

Worte gebe, fahre man ihm aber durch de» Sinn, dann sei erein leibhaftiger Teufel.Mit einem Wort," sprach sie, in Thronenausbrcchcnd,nehmt mir Edwarden, guter Vater, und Ihr be-raubt mich meiner Stütze und meines Stabes, denn mein Herzsagt mir, Halbert wird seines Vaters Wege wandeln und seinesVaters Tod sterben."

Wenn das Gespräch diese Wendung nahm, war der guteMönch immer bedacht, die Erörterung für einige Zeit ruhen zulassen, in der Hoffnung, es werde sich später eine Gelegenheitfinden, ihre Vorurtheile, wie er cs nannte, gegen Edward's vor-geschlagene Bestimmung zu beseitigen.

Wandte der Mönch sich von der Mutter zum Sohne, seineWißbegier anregend und ihm verstellend, wie vollständig dieseim geistlichen Stande befriedigt werden könnte, so fand er gleicheUngeneigtheit. Edward schützte vor, er fühle keinen rechten Berufzu einem so ernsten Leben, es gehe ihm wider die Seele, seineMutter zu verlassen, und machte andere Einwände, welche derSubprior als Ausflüchte betrachtete.

Ich sehe," sprach er eines Tages,daß der Teufel seineGeschäftsführer hat, so gut wie der Himmel, und daß dieselbenbeiderseits oder leider! vielleicht die ersteren mehr, eifrig sind,für ihren Herrn die beste Waare auf dem Markt in Beschlag zunehmen. Ich will glauben, junger Freund, daß weder Trägheit,noch Sinncnlust, noch Liebe zu weltlichem Gewinn und zu welt-licher Größe, die hauptsächlichsten Köder, unter welchen der großeSeelensischer seine Angeln verbirgt, die Ursachen sind, weshalbIhr keine Lust zu der Laufbahn habt, die ich Euch anweisen möchte»Vornehmlich aber will ich glauben, will ich hoffen, daß nichtEitelkeit auf größeres Wissen eine Sünde, in welche Diejenigenso häufig verfallen, welche Fortschritte im Lernen gemacht haben, Euch in Versuchung geführt hat, auf die gefährlichen Lehren