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4 (1851) Das Kloster
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ihrem Sterbelager will ich die Pflichten erfüllen, welche diesertraurige Fall erheischt!"

Elspeih verlies den Mönch, der nun eifrig und aufrichtigfür dos Heil der abgeschiedenen Seele betete. Eine Stunde langblieb derselbe in dem Todtcngemach und kehrte dann in den Saalzurück, wo er die weinende Freundin der Verstorbenen antraf.

Mann würde indeß der Gastfreundlichkeit Elspcth's Unrechtthun, wollte man glauben, daß sie während dieser ganzen Zeit ge-weint, oder vielmehr, daß die tiefe und aufrichtige Trauer umihre Freundin sie unfähig gemacht habe, ihre Pflichten gegen denehrwürdigen Gast zu erfüllen, der zugleich Beichtvater und Sub-prior war, mächtig in allen geistlichen und weltlichen Bezie-hungen der Unterehanen des Stiftes.

Ihr Gcrstenbrod war geröstet, ihr bestes Faß Hausbier an-gesteckt, ihre beste Butter war auf dem Tisch im Saal ausgestellt,sammt dem schmackhaftesten Schinken und vorzüglichsten Käse,bevor sie sich ihrem Schmerz überließ. Erst nachdem sie daskleine Mahl säuberlich auf dem Lisch geordnet hatte, fehle siesich in die Ecke des Kamincs, zog ihre buntgewürfcltc Schürzeüber das Gesicht und ließ dem Schluchzen und dem Thränen-strom freien Lauf. Hierin war keine Heuchelei noch Ziererei.Sie hielt die Ehre ihres Hauses für eine eben so wichtige Pflicht,besonders wenn der Gast ein Mönch war, wie jede andere Gc-wiffenssache. Erst nach Erfüllung dieser Pflicht fühlte sie sichfrei, dem Kummer über ihre verstorbene Freundin nachzuhängen.

Als sie den Eintritt des Subpriors bemerkte, erhob sie sich,ihn zu empfangen. Er aber wies alle gastlichen Einladungenvon der Hand. Weder ihre goldgelbe Butter, ihrer Versiche-rung nach die beste, welche im Stifte gemacht wurde, noch dieGerstenbrodschnitten, welchedie Selige, Gott schenk' ihr dieewige Ruhe!" immer so gut gefunden hatte, noch das Bier,