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4 (1851) Das Kloster
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der Klerisei dient. Wir müssen dem Uebel entgegenwirken nichtbloß durch Schärfung der Kirchenzucht, sondern auch dadurch,daß wir die Stimme der Lästerung unterdrücken und ersticken.Wenn ich recht vermuthe, so wird des Müllers Tochter um ihrerselbst willen schweigen, und Ew. Hochwürden kann auch ihremBaker und dem Küster Stillschweigen auferlcgen. Gibt er noch-mals Anlaß zur Entehrung seines Ordens, dann mag er mitStrenge gezüchtigt werden, aber im Geheimen. Denn was sagendie Dccretale? Kacinorn oslenüi elum puniunlur, üaZitiu uutemslwconcli üebent*).«

Ein lateinischer Satz that, wie Eustach wußte, oft großeWirkung bei dem Abt, weil ihm die Sprache nicht recht geläufigwar, und er sich schämte, seine Unwissenheit zu gestehen. Hier-mit schieden sie für diese Nacht.

Am folgenden Tag nahm Abt Bonifacius den Küster scharfin's Verhör wegen der wahren Ursache seines Mißgeschicks in dervorigen Nacht. Aber Philipp blieb fest bei seiner Aussage undwidersprach sich nie in den Einzelheiten, obwohl seine Antwortendadurch unzusammenhängend waren, daß er zuweilen Stücke vondem Gesang der sonderbaren Jungfrau hineinmcngte. Denndieser hatte einen solchen Eindruck auf ihn gemacht, daß er ihnunwillkührUch zu wiederholten Malen im Lauf des Verhörs nach-ahmte. Der Abt hatte Mitleid mit der Schwäche des Küsters,die mit etwas Ucbcrnatürlichcm zusammenzuhängen schien, undkam am Ende zu der Ansicht, daß Eustach's natürliche Erklärungmehr scheinbar als richtig sei. Wir haben zwar das Abenteuerso erzählt, wie wir es niedergcschriebcn finden, allein wir könnennicht umhin, zu bemerken, daß im Kloster die Meinungen gctheilt

Verbrechen müssen an den Tag gebracht werden, indem man siebestraft; schimpfliche Handlungen aber müssen verborgen gehalten werden.