verstand, und fing an, mit ihrer Schürze den Staub von de«Schüsseln abzuwischen, über de» er ihrer Meinung nach sich be-schwerte.
„Laßt das, Dame Elspcth," sagte der Mönch; „Eure Ge-schirre sind so rein, wie hölzerne Schüsseln und zinnerne Krügrsein können; die Unreinigkeit, von der ich rede, ist die der gif-tigen Ketzerei, welche jeden Tag mehr um sich frißt in unsererheiligen Kirche von Schottland, wie ein Wurm im Rosenkränzeder Braut."
„Heilige Mutter Gottes!" rief Dame Elspeth, das Kreuzschlagend: „Hab' ich mil einer Ketzerin Haus gehalten?"
„Nein, Elspcth, nein," versetzte der Mönch; „dies wäre zuhart gesprochen von der unglüch lechen Frau; aber ich wollte, ichkönnte sagen, sie sei frei von ketzerischen Meinungen. Ach! siefliegen herum gleich der Pestilenz am Hellen Mittag und stecken dieErsten und Beßten in der Heerde an! Denn cs ist leicht zu ersehen,daß diese Dame ausgezeichnet an Verstand, wie an Rang gewesen ist.
„Und sie kann schreiben und lesen, fast hätt' ich gesagt, sogut wie Eure Ehrwürden," sprach Elspeth.
„An wen schreibt sie, und was liest sie?" fragte der Mönchneugierig.
„Nein," crwicdrtc Elspcth, „ich kann nicht sagen, daß ichsie je batte schreiben sehen, allein ihre ehemalige Kammerjungfer,die jetzt hier im Hause dient, sagt, sie könne schreiben. Undwas Lesen betrifft, so hat sie uns oft gute Dachen vorgeleseuaus einem dicken schwarzen Buch mit silbernen Schlössern."
„Laßt mich's sehen," rief der Mönch hastig; „bei EurerLehnspflicht, bei Eurer Pflicht als katholische Christin,— augen-blicklich— augenblicklich laßt's mich sehn."
Das gute Weib zögerte, bestürzt über die Weise, in welcherder Beichtvater ihre Aussage aufnahm, und überzeugt, daß eine so