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ansahen. Diese Unterscheidung vcranlaßte zuweilen kleine Miß-Helligkeiten zwischen Dame Elspeth und Libb, indem die Erster«auf ihr Hausrecht hielt, die Letztere geneigt war, gar zu vielGewicht aus den Rang und die Herkunft ihrer Gebieterin zulegen. Beide jedoch ließen sich angelegen sein, solche kleine Zwistevor der Freifrau zu verbergen, welcher die Hausfrau kaum wenigerEhrerbietung erwies, als die alte Dienerin. Luch kam es nieso weit, daß die Uneinigkeit den Hausfrieden gestört hätte; denndie Eine gab gewöhnlich nach, wenn sie die Andere heftig werdensah, und Tibb, obwohl sie oft den Streit veranlaßte, war dochmeist so verständig, zurrst aufzuhörcn.
Die übrige Welt ward allmählig von den Bewohnern der ein-samen Schlucht vergessen. Alice von Avenel dachte kaum daran,daß sie einst mit den stolzen Frauen der benachbarten Landhcrrenauf gleichem Fuß gestanden hatte, außer etwa wenn sie an einemhoben Feiertage mit ihnen in der Klosterkirche zu St. Marien zu-sammentraf. Und auch dann hatte dieser Gedanke nichts Schmerz-liches für sie. Sie hatte ihren Gemahl um seiner selbst willen ge-liebt; im Vergleich zu seinem unersetzlichen Verlust konnte sie Ande-res, was ihr abging, nicht achten. Zuweilen dachte sie wohl daran,den Schuh der Königin Regentin, Maria von Guise, für ihr ver«waisetes Kind in Anspruch zu nehmen, allein die Furcht vor Juliantrat immer hindernd dazwischen. Sie bedachte, daß derselbe sichweder ein Gewissen daraus machen, noch Schwierigkeit finden würde,bas Kind wegzuschnappen oder gar noch Schlimmeres zu thun, so-bald er sähe, daß dessen Dasein ihm nachtheilig werden könne,Ueberdem führte er ein wüstes Leben, mischte sich in alle Fehden undRaubzüge, war überall bei der Hand, wo es eine Lanze zu brechengab, und zeigte keine Lust, sich zu verheirathen. Das Schicksal,dem er unaufhörlich trotz bot, konnte ihn über kurz oder lang vondem unrechtmäßigen Besitz entfernen. Alice von Avenel hielt eS