bin ich mir nicht bewußt, fürchte vielmehr, Katholiken möchtenurtheilcn, ich hätte Umstände in Betreff des Verfalls der Kirchen-zucht, welcher der, von Ihnen Reformation genannten, großenSpaltung vorhcrging oder thcilweise zum Anlaß diente, in meinerSchrift erwähnt, welche ich lieber mit einem Schleier hätte be-decken sollen. Dies ist einer der Gründe, welche mich bestimmthaben, diese Papiere in einem fremden Land und durch die Handeines Fremden veröffentlichen zu lassen."
Hieraus wußte ich Nichts zu entgegnen, außer daß ich derAufgabe nicht gewachsen sei. lieber diesen Punkt äußerte chergute Pater mehr, als feine Kcnntniß von mir rechtfertigen konnte,mehr als Bescheidenheit mir gestattet zu wiederholen. Er schloßmit dem Rath: wenn ich fortwährend den von mir behauptetenMangel an Selbstvertrauen fühlte, so möchte ich mich an einenVeteran der Literatur wenden, dessen Erfahrung mir zu Hülfekommen könnte. So schieden wir untcrwcchselscitigen Versicherungenvon Achtung, und nie mehr habe ich etwas von ihm gehört.
Nach verschiedenen Versuchen, die auf so sonderbare Weisein meine Hände gekommenen Blätter durchzulesen, bei welchenich durch unerklärliche Anfälle von Gähnen unterbrochen wurde,theilte ich sie endlich in einer Art von Verzweiflung dem Clubunseres Ortes mit, bei welchem sie eine günstigere Aufnahme fanden,als ihnen die unglückliche Beschaffenheit meines Nervensystemsbei mir gestatten wollte. Einstimmig hieß cs, das Werk seivortrefflich, und ich würde mich eines schweren Vergehens gegenunseren blühenden Ort schuldig machen, wenn ich der Dessentlichkeitentziehen wollte, was ein so interessantes und Helles Licht überdie Geschichte des Klosters S. Maria verbreitete.
Durch öfteres Anhörcn dieser Ansicht ward ich endlich irrean meiner eignen, und in der That hörte ich mit der volltönendenStimme unseres Pastors Stellen lesen, bei denen ich kaum mehr