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3 (1851) Der Pirat
Entstehung
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Minna gehorchte der Sybille mit Ehrerbictnng, Brendamit Furcht, die Eine von der Warme ihrer Einbildungskraft,die Andere von der natürlichen Schüchternheit ihres Wesensüberwältigt. Norna entließ sie nun, und bald standen sie jen-seits der Brücke ans der Felsplatte, vor der alten Pictenburg,welche diesem abgeschiedenen weiblichen Wesen zur Wohnungdiente. Die Nacht, denn diese war jetzt hereingcbrochen, warungewöhnlich hell. Ein Dämmerlicht, welches weit über dieOberfläche des Meeres schimmerte, entschädigte für die kurzeAbwesenheit der sommerlichen Sonne, und die Wogen schienenunter seiner Hut zu schlummern, so sanft und wie vom Schlafebewältigt war der Ton, mit welchem eine nach der andern gegenden Fnß der Klippe, auf welcher die Reisenden standen, anrollteund sich brach. Ihne» gegenüber lag die schroffe Veste, welche,in dem einförmigen Gran der Atmosphäre, so alt, so formlosund so für die Dauer begründet schien, als der Fels, ans demsle stand. Weder Zeichen noch Ton verkündeten das Dasein mensch-licher Bewohner, außer daß aus einer rohen Schießscharte dieschwache Flamme der Lampe blinkte, bei deren Schein die Sy-bille wahrscheinlich ihre geheimnißvvllcn und nächtlichen Studienfortsetzte, und welcher in die Dämmerung, in der er sich baldverlor, einen einzelnen schwachen Lichtstreifen warf, der ebenso einsam in der Atmosphäre verweilte, wie die betagte Frauund ihr Sklave, die einzigen Bewohner dieser Wüste, in derEinsamkeit, welche sle umgab.

Mehrere Minuten standen die Reisenden, die sich so plötzlichund so unerwartet des Obdaches beraubt sahen, unter welchemsie die Nacht znzubringe» gehofft hatten, schweigend da, Jederin seine besonderen Gedanken versunken. Minna suchte dieihrigen auf die geheimnißvolle Tröstung gerichtet, die ihr ge-worden war vergebens aus Norna's Worten einen klaren,