Druckschrift 
3 (1851) Der Pirat
Entstehung
Seite
22
Einzelbild herunterladen
 

22

so zu Euch zu reden, und sollte Euch lieber für das danken,was Ihr gethan habt, als Euch Vorwurfe darüber machen, daßIhr nach Eurer Art lebt. Aber ich sehe, Ihr werdet ungeduldig wir wollen gleich Alle unter Segel gehen. Und ihr, ihrSchufte," sagte er, indem er sich au seine Diener wandte,dieihr so eilig mit euren Dienstleistungen bei der Hand wäret,ehe wir ihrer bedurften, macht, daß ihr zur Thür hinauskommt,und sucht die Klepper zu fangen, denn ich sehe wohl, wir müssenheute Nacht in einen andern Hafen cinlaufen, wenn wir nicht mitleerem Magen zu Bett gehen und ei» hartes Lager haben wollen."

Magnus' Diener, durch Norna's Ungestüm schon mehr alszu sehr erschreckt, hatten das Gebot ihres Herrn kaum vernom-men, als sie auch schon die Wohnung mit aller Schnelligkeiträumten, und der Udallar, eine Tochter an jedem Arm, warim Begriff, ihnen zu folgen, als Norna mit besonderer Beto-nungHalt!" rief. Sie gehorchten und wandten sich zu ihr.Sie hielt Magnus' ihre Hand hin, welche der leicht versöhn-liche Udallar sogleich mit seiner gewaltigen Rechten ergriff.

Magnus," sagte sie,wirtrennen uns, weil es sein muß,aber wie ich hoffe, nicht im Zorn?"

Sicher nicht, Base," sagte der warmherzige Udallar, derüber seine hastige Betheuerung, daß er keinen Groll hege,beinahe zu stottern anfing,ganz gewiß nicht. Ich habe niegegen Jemanden Etwas, und am wenigsten gegen eine Bluts-verwandte, die mich mit ihrem Rathe so oft durch manche stür-mische Fluth gelootset hat, wie ich ein Boot zwischen Stwonannd Stroma durch alle die Wellen, Strudel und Brandungender Pentland-Frith lootscn würde."

Genug," sagte Norna,und nun lebt wohl; mein Segen,wie ich ihn geben darf, sei mit euch kein Wort mehr! Mädchen,"fügte sse hinzu,tretet näher, damit ich eure Stirn küsse."