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3 (1851) Der Pirat
Entstehung
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anschmiegte, setzte sich neben ihn auf eine Bank, welche ineinigen Entfernung von Minna stand, und hielt ihre Augen,mit einer Mischung von Furcht, Mitleid und Besvrgniß, festans sie geheftet. Es würde schwer sein, die Empfindungen,welche in diesem Augenblicke das liebenswürdige »nd zärtlicheMädchen bewegten, genau zn entziffern. Obgleich nicht mit derhohen Einbildungskraft ihrer Schwester begabt, und deßwegennatürlich mit geringerem Glauben an das Wunderbare, mußtesie dennoch einigen unbestimmten Gefühlen der Furcht Raumgeben, wenn sie an das dachte, was jetzt vielleicht Vorgehenkönnte. Diese Gefühle verloren sich indeß zum Theil in ihrenBesorgnissen für ihre Schwester, die bei so angegriffener Ge-sundheit, bei so erschöpfter Geisteskraft, und bei einer so großenEmpfänglichkeit für alle Eindrücke, welche durch die Umgebungso leicht hervvrgebracht werden konnten, ganz leidend denHänden derjenigen preisgegeben da saß, deren Behandlungs-art die verderblichsten Wirkungen aus ein so empfindlichesGemüth Hervorbringen konnte.

Brenda blickte Minna an, die in ihrem rohen Sessel vondunklem Gestein saß, und deren zart geformte Gestalt undGlieder den stärksten Gegensatz gegen die rohen, unregelmäßi-gen Winkel desselben bildeten. Ihr Gesicht und ihre Lippenwaren weiß, wie Kreide, ihre Angen nach oben gerichtet, undaus ihnen sprach ein Gemisch von Ergebung und aufgeregterSchwärmerei, welche in ihrer Krankheit und ihrem Charakterlagen. Der nächste Blick der jüngeren Schwester fiel auf Norna,die mit gedämpfter und eintöniger Stimme vor sich hinmur-melte, von einem Orte zum andern ging, und bald Dieß, baldJenes nahm, was sie dann, Eines nach dem Andern, auf denTisch legte. Zuletzt betrachtete Brenda noch ängstlich ihrenVater, um in seinen Mienen, wo möglich, zu lesen, ob er ihre