Wind wehen wird; der wird auch voraus wissen, welchen Wegwir nehmen wollen. Man muß sie nicht anfbringe»; vielleichthat sie meiner Familie die Uebel wegen des Streites zugcfügt,den ich mit ihr über den Burschen Mordannt Mertoun hatte,und ist dem so, so kann sie es wieder von uns nehmen, unddas soll sie thun müssen, oder ich will wenigstens wissen,warum sic es gethan hat. Erst will ich aber den Weg derGüte versuchen."
Da Brcnda fand, das; die Fortsetzung der Reise unwider-ruflich beschlossen sei, suchte sie jetzt zunächst von ihrem Vaterzu erfahren, ob Norna's Erzählung sich auf wirkliche That-sachen gründe. Er schüttelte den Kopf, seufzte tief, und be-stätigte mit wenig Worte» die Wahrheit des Ganzen, insofernes ihr Verhältnis; mit einem Fremden betraf; „auch ihresVaters Tod, dessen zufällige und ganz unschuldige Sache siegeworden, sei eine traurige, aber unbezweifelbar wahre That-sache. Was ihr Kind beträfe," sagte er, „so habe er nie er-fahren können, was aus dem geworden sei."
„Ihr Kind!" rief Brenda aus; „sie sagte kein Wort voneinem Kinde!"
„So wollt' ich, meine Zunge wäre eher verdorrt, als daßich eS dir gesagt hätte," rief der Udallar. „Ich sehe wohl,daß die Männer, sie mögen jung oder alt sein, euch Weiberneben so wenig Geheimnisse verschweigen können, als der Aal inseinem Schlupfwinkel bleiben kann, wenn er mit einer Schnurvon Pferdehaar gehascht wird — der Fischer bringt ihn späteroder früher aus seinem Loche, wenn er einmal die Schlingeum den Hals hat."
„Aber das Kind, lieber Vater?" sagte Brenda, welche diegenaueren Umstände dieser außerordentlichen Begebenheit jetztweiter verfolgte, „was wurde aus dem?"