Druckschrift 
3 (1851) Der Pirat
Entstehung
Seite
197
Einzelbild herunterladen
 

197

kelterte, den Kirchhof betrat, und dadurch Norna auf seineGegenwart anfmerksam machte. Ohne indeß zu stützen, oderdas geringste Erstaunen über seine Erscheinung an einem soeinsamen Orte zn bezeigen, sagte sie in einem Tone, welcheranzndeuten schien, daß er nicht unerwartet komme:So habtIhr mich also doch endlich ausgesucht?"

Und gefunden," antwortete Mertoun, welchem, seine Nach-forschungen einznlciten, das Beste schien, wenn er einen Tonannahm, der in den ihrigen übereinstimmte.

Ja!" antwortete sie;Ihr habt mich gefunden, und zwaran dem Orte, wohin wir Alle kommen müssen unter denWohnungen der Todlen."

Allerdings müssen wir Alle endlich hierher kommen,"erwiderte Mertoun, indem er einen Blick über die einsameStätte warf, wo theils stehende, theils halb in Sand vergra-bene, theils liegende Leichensteine, von denen der Wind denBoden, auf dem ste ruhten, mit Inschriften bedeckt, und mitden Zeichen der Sterblichkeit verziert, hinweg geweht hatte,die am meisten in's Auge fallenden Gegenstände bildeten:Hier, in der Wohnung des Todes, müssen wir endlich Alleznsammenkominen, und glücklich sind die, welche den Hafen derRuhe am frühesten erreichen.

Wer sich nach diesem Hafen sehnen darf," sagte Norna,muß auf der Reise des Lebens streng seinen Weg verfolgthaben. Ich darf einen so ruhigen Zufluchtsort für mich nichthoffen. Aber du, darfst du ihn erwarten? Und hat der Weg,den du gewandelt, ihn verdient?"

Das hat mit meinem jetzigen Zwecke nichts gemein," er-widerte Mertoun;ich komme, Euch zn fragen, was Ihr vonmeinem Sohne Mordaunt Mertoun wißt?"

Ein Vater," antwortete die Sybille,fragt eine Fremde,