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3 (1851) Der Pirat
Entstehung
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Merton» starrte sie während der ganzen Feierlichkeit unver-wandt über die Kirchhvfsmauer an, nicht ans einem Gefühleder Ehrfurcht vor ihr, oder vor ihrer Beschäftigung, sondernweil er glaubte, cine Blödsinnige in ihrem verwirrten Thnnzu stören, würde keineswegs der beste Weg sein, die Nach-richten von ihr zu erhalten, die er wünschte. Unterdessen hatteer hinlängliche Zeit, ihre Gestalt z» betrachten, wenn auchihr Gesicht durch ihr wild umherhängendcS Haar, und durchdie Kappe ihres dunkeln Mantels halb verhüllt war, so daßman mehr davon sehen konnte, als vielleicht bei einer Drnidin,die ihre gehcimnißvollen Feierlichkeiten beging, sichtbar gewesenwäre. Mertonn hatte schon früher oft von Norna redenhören, ja, es ist wahrscheinlich, daß er sie öfters gesehen hatte,denn sie war mehr als einmal in der Nähe von Jarlshof ge-wesen, seitdem er daselbst seinen Wohnsitz aufschlug. Die alber-nen Mährchen, die über sie im Umlauf waren, waren jedochUrsache, daß er keine Aufmerksamkeit auf eine Person richtete,welche er entweder für eine Betrügerin, eine Verrückte, oderein Gemisch von Beidcm hielt. Jetzt aber, wo seine Aufmerk-samkeit durch die Umstände unwillkürlich auf ihre Person undihr Betragen gelenkt wurde, mußte er sich gestehen, daß sieentweder eine wahrhaft begeisterte sei, oder ihre Rolle wenig-stens so trefflich spiele, daß keine Seherin alter Zeiten cS ihrzuvorgethan haben könnte. Die Würde und Feierlichkeit ihrerGebcrde», der wohlklingende und doch eindringliche Ton derStimme, mit der sie den abgeschiedenen Geist beschwor, dessensterbliche Ueberbleibscl sie zu stören wagte, mußten einen tiefenEindruck auf ihn machen, wenn er auch gewöhnlich auf Allesdas, was um ihn her vorging, nur wenig zu achte» schien.Kaum war indessen ihre sonderbare Beschäftigung vollendet, alser nicht ohne Mühe über die zerrissenen Trümmer der Mauer