186
„Und was kann diese Person von meinem Sohne wissen?"sagte Mertoun; „ich denke, sie iss eine verrückte Herumtreiberinoder Betrügerin?'
„Wenn sie nmhcrwandert," sagte Swertha, „so geschieht dasnicht dcßwegcn, weil sie keine Mittel hat, sich zn Hause zn ernähren,das weiß man wohl; — sie bat bei sich Ueberflnß an Allem, auchwürde der Voigt sie wohl an Nichts Mangel leiden lassen?'
„Aber wie reimt sich das Alles mit meinem Sohne zu-sammen?" sagte Mertoun ungeduldig.
„Das weiß ich nicht — aber sic fand seit dem ersten Male, wosie den Mr. Mvrdaunt sah, immer ganz besonders Gefallen anihm, gab ihm von Zeit zn Zeit allerhand schöne Sachen; dergoldenen Kette nicht zu erwähnen, die er um seinen lieben Halsträgt — die Leute sagen, sie sei von Zaubergold; ich weiß nicht,was Gold iss, aberBryce Snailsfoot sagte, daß sie wohl hundertPfund Englisch werth sein möchte, und das ist doch keine faule Nuß."
„Geht, Ronaldson," sagte Mertoun, „oder schickt Jemandhin, das Weib aufzusuchen, wenn Ihr glaubt, daß sie vielleichtvon meinem Sohne etwas weiß."
„Sie weiß Alles, was auf den Inseln vorgeht," sagte NeilRonaldson, „viel früher als andere Leute, und das iss beimHimmel wahr. Aber nach der Kirche oder dem Kirchhofe zugehen, um sie aufzusuchen — das wird kein Mensch aufShetland thun, weder für Geld noch für gute Worte — unddas iss eben so wahr, als was ich eben gesagt habe."
„Feige, abergläubische Thoren!" sagte Mertoun. „Gibmir meine» Mantel, Swertha; dieß Weib iss in Burgh-Wessragewesen, sie ist mit Troils Familie verwandt — sie könntewohl etwas von Mordannts Abwesenheit und der Ursachedavon wissen — ich will sie selbst anfsuchen — sie iss bei derKreuzkirche, sagt Ihr?"