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3 (1851) Der Pirat
Entstehung
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Durch diese Gedanken mit Tantalusqualen gemartert, warMinna im Begriff, einen abermaligen und entscheidendenVersuch zu machen, als sie unter dem Fenster Stimmen hörte,und die Clevelands und Mertouns zu erkennen glaubte, welchein sehr heftigem Tone mit einander sprachen, jedoch zugleichso gedämpft als möglich, als ob die Sprechenden fürchteten,belauscht zu werden. Jetzt mischte sich Unruhe in ihr früheresVerlangen, aufzustehen, und auf einmal vollbrachte sie das,was sie vorhin vergebens versucht hatte. Es gelang ihr, Brenda'sArm von ihrem Halse loszumachen, ohne daß die Schläfcrinmehr als zwei oder drei undeutliche Worte murmelte; ebenso eilig und geräuschlos warf Minna dann einen Theil ihrerKleidung mit dem Vorsatze über, sich an's Fenster zu schleichen;ehe sie dieß jedoch vermochte, hörte sie, daß das Gespräch sichin den Lärm eines Handgemenges verwandelte, welches plötzlichmit einem tiefen Stöhnen endete.

Erschrocken über dieses letzte Unglückszeichen, sprang Minnaan's Fenster, und suchte es zu öffnen, denn die Personenstanden so dicht an der Mauer des Hauses, daß sie nichtssehen konnte, ohne den Kopf zum Fenster hinauszustecken. Dieeiserne Haspe war aber eingerostet und verquollen, und dieEile, mit welcher sie sie aufzudrchcn suchte, machte das Ge-lingen, wie gewöhnlich, noch schwerer. Als es gelungen war,und Minna sich begierig mit dem halben Körper zum Fensterhinausbog, waren die, von welchen die Töne hergerührtbatten, schon unsichtbar geworden, und sie konnte nur noch imMondlichte einen Schatten dahingleiten sehen, während derGegenstand, der ihn warf, um eine Ecke gegangen war, dieihn ihren Blicken entzog. Der Schatten bewegte sich langsam'und schien der eines Mannes zu sein, der einen andern aufden Schultern trug, ein Umstand, welcher Minna's Angst auf

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