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Welchem Schmerz dein Schweigen gibt,
Und von hinnen treibe,
Lohne du sein treue« Streben,
Laß ihn lieben, laß ihn leben!
Clevelands Stimme war kräftig, wohltönend und männlich,und paßte gut zu dem spanische» Liede, denn die Worte schieneneine Uebersctzung aus dieser Sprache. Wahrscheinlich würdeseine Aufforderung nicht unbeachtet geblieben sein, hätte Minnaaufstehen können, ohne ihre Schwester zu wecken. Allein daswar unmöglich, denn Brenda, die, wie bemerkt, bitterlich ge-weint hatte, lag jetzt mit ihrem Geflchte aus dem Busen ihrerSchwester, eine» Arm um sie geschlungen, wie ein Kind, dassich in den Armen seiner Wärterin in den Schlaf geweint hat.Es war Minna unmöglich, sich aus dieser Umschlingung zu be-freien, ohne sie zu erwecken, und sie konnte deßwegcn den schnellgefaßten Entschluß nicht ansführen, ihr Gewand zusammenzu-faffen und an das Fenster zu eilen, um mit Cleveland zu sprechen,der, wie sie nicht zweifelte, zu diesem Mittel seine Zuflucht ge-nommen hatte, um sie noch einmal zu sehen. Dieser Zwang warihr sehr lästig, denn wahrscheinlich war ihr Geliebter gekommen,ihr das letzte Lebewohl zu sagen; daß aber Brenda, die jetztgegen Cleveland sehr eingenommen zu sein schien, erwachen undAlles mit anhören sollte, war ihr ein unerträglicher Gedanke.
Es entstand jetzt eine kurze Pause, während welcher Minnamehrmals mit so viel Behutsamkeit, als möglich, Brcnda'sArm von ihrem Halse los zu machen suchte; allein sobald siedieß versuchte, brummte die Schläferin unwillig, wie ein imSchlafe gestörtes Kind; ein Zeichen, daß die Fortsetzung desVersuches sie nur ganz munter machen würde.
Zu ihrem großen Berdruffe mußte also Minna still liegenund schweigen. Als ob ihr Geliebter aber glaubte, sich durch
Pirat. II. 11