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Capitain Cleveland saß zwischen de» Schwestern, war un-verdrossen in seiner Aufmerksamkeit gegen Beide, und Mordauntsaß gerade so, daß er Alles bemerken und einen großen Theilvon dem hören konnte, was zwischen ihnen vorging. AberClevelands Bemühungen schienen der altern Schwester ganzbesonders zu gelten. Dieß bemerkte die Jüngere vielleicht, derenAuge mehr als einmal zu Mordaunt herüberstreifte, und zwarallem Anscheine nach mit einem Ausdrucke, worin sich Bedauernüber die Unterbrechung ihres Verhältnisses und eine weh-müthigc Erinnerung an frühere und freundlichere Zeiten mischte,während Minna von den Aufmerksamkeiten ihres Nachbarsganz eingenommen wurde; und daß dieß so war, erfüllteMordaunt mit Erstaunen und Unwillen.
Minna, die Ernste, Besonnene, die Verschlossene, deren Ge-sicht und Benehmen so viel Charaktergröße andenteten; Minna,die Freundin der Einsamkeit und der Pfade des Wissens, aufdenen der Mensch am sichersten astein wandelt; die Feindin derleichten Fröhlichkeit, die Freundin des schwärmerischen Nach-denkens, die häufige Besucherin der Bergquellcn und pfadlosenThäler-sie, deren Charakter, »m es knrz zu fassen, gerade dasGegenthcil von einem solchen zu sein schien, dem die kecke, rauheund unternehmende Bewerbungsweise eines Mannes, wie diese:Capitain Cleveland, zusagen konnte, lieh ihm nichts defvweniger ihr Auge und Ohr, während er neben ihr bei Tische sa?,und that dieß mit einem Antheil und einer so schmeichelhafenAufmerksamkeit, daß Mordaunt, der nach ihrem Benchnenwohl auf ihre Gefühle zn schließen wußte, vermuthen dusste,der Fremde stehe bei ihr in hoher Gunst. Er sah dieß, undsein Herz schwoll sowohl aus Grimm gegen de» Günstling,durch den er so verdrängt worden war, als über Minnäsunbedachtsame Verlängnung ihres eigenen Charakters.