Druckschrift 
3 (1851) Der Pirat
Entstehung
Seite
146
Einzelbild herunterladen
 

I4Ü

Ohne zu zielen, ohne irgend einen bestimmten Zweck, bei-nahe ohne daran zn denken, was er that, legte Mordauntseine Flinte an und schoß über den See. Der grobe Schrotkräuselte die Oberfläche wie ein Hagelschauer; das Echo derHügel'wiederholte den Knall der Flinte mehrmals von allenSeiten; die Wasservögel flogen in engen und unregelmäßigenKreisen auf, und antworteten dem Wiederhall mit tausend-fältig verschiedenem Geschrei, von dem tiefen Tone der weißenSturmmöve bis zn den klagenden Lauten der Winter- undisländischen Möve.

Mordaunt blickte auf den geräuschvollen Schwarm einenAugenblick mit einem Gefühl der Erbitterung, das er in diesemAugenblicke gern auf die ganze Natur, auf alle belebten undunbelebten Gegenstände ausgedehnt hätte, so wenig sie auch mitder Ursache seines inneren Grimmes in Verbindung standen.

»Ja, >a," sägte er,taucht, schreit und lärmt, so viel ihrwollt, und nur deßwegen, weil ihr etwas Ungewöhnliches ge-sehen und einen ungewöhnlichen Ton gehört habt. Es gibtin dieser runden Welt Viele wie ihr seid, aber ihr solltwenigstens lernen," fügte er hinzu, indem er seine Flintewieder ladete,daß ein fremder Anblick, ein ungewöhnlicherTon und fremde Bekanntschaften zuweilen nicht ohne Gefahrsind. Doch warum soll ich meinen Zorn an diesen harm-losen Seemöven auslassen?" setzte er nach einer kurzen Pausehinzu,sie haben ja nichts mit den Freunden zu schaffen, diemich vergaßen. Ich liebte sie Alle so sehr, und nun sobald wegen des ersten besten Fremden, den der Zufall an dieKüste warf, aufgegebcn zu werden!"

Während er so auf seine Flinte gelehnt dastand, und sichdiesen peinlichen Betrachtungen hingab, wurde er in seinemNachdenken plötzlich durch Jemanden unterbrochen, der die Hand