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3 (1851) Der Pirat
Entstehung
Seite
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Umzäunungen irgend einer Art die Schritte des Wanderers auf-halten, bis er an einen einsamen Ort kam, wo zwischen steilen,mit Haidekraut bewachsenen Hügeln, welche sich jäh hinab bisan den Rand des Wassers zogen, einer der kleinen See'n vonsüßem Wasser lag, deren es auf den shetländischen Inseln so vielegibt, und deren Ufer dieQncllen der Bäche und Flüßchen bilden,welche das Land bewässern nnd die kleinen Mühlen in Bewegungsehen, auf denen die Einwohner ihr Korn mahlen lassen.

Es war ein milder Somiziertag; die Strahlen der Sonnewurden, wie dieß in Shetland nicht ungewöhnlich ist, gemildertund gebrochen durch einen silbernen Nebel, welcher die Atmosphäreerfüllte, den starken Gegensatz von Licht und Schatten aufhob,und selbst dem Mittage die ruhige Färbung der Abenddämme-rung verlieh. Der kleine See, der kaum dreiviertel Meilen imUmkreise hatte, lag in tiefer Ruhe da; seine Oberfläche warungekräuselt, ausgenommen, wenn einer der vielen Waffervögel,welche darüber hinschwebten, einen Augenblick untertauchte.Die Tiefe des Wassers gab ihm die blaugrüne Farbe, nachwelcher er der grüne See genannt worden war, und indiesem Augenblicke bildete er einen so vollkommenen Spiegelfür die Hügel, die ihn umgaben und die seine Fläche znrückwarf,daß es schwer war, das Wasser von dem Lande zu unterscheiden;ja, die Dämmerung, welche der dünne Nebel verbreitete, hätteeinen Fremden kaum ahnen lassen, daß ein Wasserspiegel vorihm lag. Eine einsamere Gegend, deren Eigenthümlichkeitdurch die ungemeine Heiterkeit des Wetters, der Ruhe derAtmosphäre und das tiefe Schweigen der Elemente noch erhöhtwurde, konnte man sich kaum denken. Selbst die Wasservögel,welche diesen Ort in großer Menge besuchten, unterließen ihrgewöhnliches unruhiges Geflatter nnd Geschrei, und wiegtensich in tiefer Ruhe auf dem schweigenden Gewässer.

Pirat. I. 10