die Tobten dem Geschlechte hinterlassen,und Magnus Troil war, wie wir ihn beschrieben haben, nichtder Mann, in dessen Hause sich die Mittel fanden, solche Kennt-nisse zu erwerben. Aber das Buch der Natur, dieses edelste derBücher, welches wir stets anstaunen und bewundern müssen,selbst wenn wir es nicht verstehen, lag vor Minna offen da. DiePflanzen in diesen wilden Gegenden, die Muscheln an der Küsteund die große Zahl der gefiederten Geschlechter, welche dieseKlippen und Horste bewohnen, waren Minna Troil eben so be-kannt, als dem erfahrensten der Jäger. Sie beobachtete sehrgenau, und ließ sich von dem Drange anderer Gefühle nicht ab-lenken, und die Kenntnisse, welche sie sich durch eine ihr zur Ge-wohnheit gewordene Aufmerksamkeit erworben hatte, bewahrteein von Natnr starkes Gedächtniß treulich auf. Für die einsameund finstere Größe der Gegenden, welche sie umgaben, hatte sieein tiefes Gefühl, das Meer in allen seinen verschiedenen erha-benen und schrecklichen Gestalten; die furchtbaren Klippen,welche das endlose Getöse der Wogen wiederhallten, und dasGeschrei der Seevögel, hatten fürste beinahein jedem Zustande,in welchem die wechselnden Jahreszeiten sie zeigten, ihren eigen-thümlichen Reiz. In dem enthusiastischen Gefühle, welches demromantischen Geschlechte eigen ist, aus demihre Mutter entspros-sen war, wuchs die Liebe zur Natur bei ihr zu einer Leidenschaft,welche nicht allein ihre Seele auszufüllen, sondern sie zu Zeitenauch in die lebhafteste Bewegung zu versetzen vermochte. EinAnblick, den ihre Schwester mit einem Gefühl vorübergehendenSchauers oder geringerer Bewegung betrachten konnte, erfülltenoch lange Zeit nachher Minna's Phantasie, und das nicht al-lein in der Einsamkeit und im Schweigen der Nacht, sondernsogar in den Stunden der Unterhaltung, so daß ihre Gedankenzuweilen, wenn sie wie ein schönes Marmvrbild in ihrem Haus-
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