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ihrer Schwester. Ihre reiche» Locken hatten das lichte Braun,dem der vorübergehende Sonnenstrahl einen Goldglanz ver-leiht, das aber sogleich wieder verdunkelt, sobald der Strahlverschwunden ist. Ihre Augen, ihr Mund, die schönen Reihender Zähne, welche ihre unschuldige Lebhaftigkeit oft sehen ließ,die frische, doch nicht zu dunkle Glut einer jugendlichen Ge-sundheit, welche ihre schneeweiße Haut färbte, deuteten ihre achtskandinavische Abkunft an. Eine feenhafte Gestalt, nicht sohoch, wie die ihrer Schwester, aber von noch größerem Eben-maaß, ein sorgloser, kindlich-leichter Schritt; ein Auge, das jedenGegenstand ausdrücklicher und reiner Heiterkeit des Charaktersmit Vergnügen zu betrachten schien, alles das erregte weit mehrallgemeine Aufmerksamkeit, als die Reize ihrer Schwester, ob-gleich die, welche Minna zu Theil wnrde, dauernder und ehr-furchtsvoller sein mochte.
So verschieden auch die Gemüthsart dieser lieblichen Schwe-stern war, so konnte doch in ihrer Liebe zu ihrem Vater und zueinander Keine der Andern den Vorrang streitig machen.Aber Brenda's Heiterkeit thcilte sich jedem Geschäfte des tägli-chen Lebens mit, und schien unerschöpflich, wogegen der wenigermuntere Charakter ihrer Schwester — wenn er auch in der Ge-sellschaft den ruhigen Wunsch auszusprechen schien, mit Allem,was vorging, zufrieden zu sein , und Antheil daran zu nehmen— sie eher dazu bestimmte, im Strome des Vergnügens und derFreude ruhig mit fortzutreiben, als durch eigene Bemühung sei-nen rascheren Lauf zu befördern. So ließ sich Minna die Freudeeher gefallen, als daß sie sie genossen hätte, und die Vergnügun-gen, an welchen sie den meisten Gefallen fand, waren mehr ern-ster und abgesonderter Art. Aus Büchern erlangte Kenntnissegingen über ihre Sphäre. Shetland bot in jenen Zeiten we-nig Gelegenheit dar, sich Lehren anzueignen, welche