Druckschrift 
3 (1851) Der Pirat
Entstehung
Seite
22
Einzelbild herunterladen
 

22

wart und Gewandtheit, welche bei einem so jungen und nichtim Lande geborenen Manne selbst die ältesten Jäger in Er-staunen setzte.

Zu andern Zeiten begleitete Mordaunt den Sweyn und an-dere Fischer auf ihren langen und gefährlichen Fahrten ans dieoffne hohe See, und lernte unter ihrer Führung das Bootregieren, worin sie cs jedem andern Eingeborenen des britti-schen Reiches gleich, oder vielleicht noch znvorthun. DieseFahrten hatte» aber, außer dem Fischfänge, noch etwas beson-ders Anziehendes für Mordaunt. Es waren damals noch diealten norwegischen Sagas sehr im Andenken, und wurden oftvon den Fischern erzählt, welche unter sich noch immer die altenorwegische Sprache beibehiellen, die ihre Vorväter geredethatten. In dem Duster-Romantischen dieser skandinavischenErzählungen lag etwas ungemein Anziehendes für ein jugend-liches Ohr, und die abenteuerlichen Legenden von den Berser-kern, den Seekvnigen, Zwergen, Riesen und Zauberern, welcheer von den eingeborenen Shetländern hörte, standen, nachMordannts Meinung, den klassischen Geschichten des Alter-thumes um nichts nach, wenn sie ihnen nicht gar vvrznziehcnwaren. Oft zeigten ihm die Erzähler die Gegend um ihn herals den Schauplatz dieser wilden Dichtungen, wenn diesehalb gesprochen, halb gesungen von Stimmen, die zwar nichtso tobend, aber eben so dumpf wie die der Wellen klangen,über die sie -inglitten, die Bucht, in der sie so eben binfuh-ren, als den Ort selbst angaben, wo ein blutiges Seegefechtvorgefallen; oder wenn sie den kaum sichtbaren Haufen vonSteinen, der sich auf einem hinausragenden Vorgebirge erhob,als den Dun oder das Schloß eines mächtigen Grafen oderPiraten, den entfernten und einsamen grauen Stein aufdem wüsten Moor als das Grab eines Helden, und die