Druckschrift 
3 (1851) Der Pirat
Entstehung
Seite
21
Einzelbild herunterladen
 

so lieber, da er dann sicher war, Niemanden zu begegnen,und von Niemanden beobachtet zu werden.

Als Mordaunt älter wurde, lernte er die besonder» An-zeichen, welche diesen Anfällen der Verzweiflung vorangingen,genauer kennen, und die Vorkehrungen treffen, welche seinenunglücklichen Vater vor jeder unzeitigen Störung (die ihn un-ausbleiblich zur Wuth trieb) sichern konnten, während auf derandern Seite alles Nöthige zu seinem Unterhalt in Bereitschaftgehalten wurde. Mordaunt bemerkte, daß die Anfälle desTrübsinns von bei weitem längerer Dauer waren, wenn ersich dann zufällig seinen Augen zeigte. Aus Ehrerbietung ge-gen seinen Vater, so wie aus der Liebe zu rascher Bewegungund zum Vergnügen, welche diesen Jahren so eigen ist, pflegteMordaunt dann das Schloß von Jarlshof und selbst den Be-zirk ganz zu verlassen, überzeugt, daß sein Vater, wenn diefinstere Stunde in seiner Abwesenheit vorübergegangen war,sich wenig darum kümmern würde, wie er seine Mußestundenzugebracht, wenn er nur sicher sxin konnte, daß er ihn selbstnicht in seinen schwachen Augenblicken belauscht habe, eineSache, die er mit der möglichsten Vorsicht zu verhüten suchte.

Zu solchen Zeiten waren also dem jüngeren Mertoun dieQuellen des Vergnügens, welche die Gegend darbot, geöffnet,und in diesen freien Zwischenräumen überließ er sich auch denRegungen seines kühnen, thätigen und unternedmenden Cha-rakters. Oft zog er mit den jüngeren Männern des Dorfesauf jene gefährlichen Unternehmungen aus, gegen welche,dasfurchtbare Gewerbe des Meerfenchelsammlers," ei» Spaziergangauf ebenem Boden ist; oft nahm er Theil an den mitternächt-lichen Ausflügen auf die Abhänge der steilen Klippen, um dieEier oder die Jungen der Seevögel auszunehmen, und zeigtebei diesen kühnen Abenteuern eine Behendigkeit, Geistesgegen-