fällig vorüberging, ihr einen bedeutenden Blick zuwarf, unddas einzige Wort „bedenke!" mit einem Tone aussprach,der Swertha's Zunge mehrere Wochen lang im Zaume hielt.
So eigenthümlich Mertoun bei der Führung seines Haus-haltes zu Werke zu gehen schien, eben so verfuhr er auch beider Erziehung seines Sohnes. Nur selten zeigte er väterlicheZuneigung gegen ihn, und doch schien Mordaunts Erziehungdas wichtigste Geschäft seines Lebens zu sein. — Er besaß Bü-cher und Kenntnisse genug, ihm in den gewöhnlichen Zweigendes Wissens Unterricht zu ertheilen, war dabei pünktlich, ruhigund genau, und forderte von seinem Zöglinge, nicht ohneStrenge, die Aufmerksamkeit, durch die allein er Fortschrittemachen konnte. Bei dem Studium der Geschichte, auf welchedie Aufmerksamkeit Beider sich oft lenkte, so wie bei dem derklassischen Schriftsteller, kamen oft Thatsachen oder Gesinnun-gen zur Sprache, welche einen angenblicklichen Eindruck aufMertouns Gemüth machten, und plötzlich das herbeiführten,was Swertha, Sweyn und selbst Mordaunt, seine schwarzeStunde zu nennen pflegten. Gewöhnlich fühlte er deren Her-annahen selbst, und zog sich dann in ein inneres Gemach zu-rück, welches selbst Mordaunt nicht betreten durfte. Hier brachteer Tage, ja selbst Wochen lang in Abgeschiedenheit zu, undkam nur zu unbestimmten Zeiten heraus, die Nahrung zu neh-men, die man in seine Nähe gestellt hatte, und wovon er nuräußerst wenig genoß. Zu andern Zeiten, und besonders umdie Winter-Sonnenwende, wo beinahe Jedermann die Zeit imHause unter Schmausen und Lustbarkeit zubringt, pflegte derunglückliche Mann, in einen dunkelfarbigen Schiffermantel ge-hüllt, an dem stürmischen Gestade, oder auf der öden Haideumherznwandeln, seinen düstern und wilden Träumereien un-ter dem unfreundlichen Himmel nachzuhängen, und dieß um