7
unter den blondlockige» und blauäugigen Töchtern von Thule Einegefunden hätte, die es über sich genommen haben würde, ihn zutrösten, hätte er anfirgend eine Weisezu verstehen gegeben, daß ernicht abgeneigt sei, dergleichen Liebesdienste anzunehmen; alleinweit entfernt davon, schien er selbst die Nähe des Geschlechtes zufliehen, dessen Mitleid und Trost wir sonst in jeder Bedrängniß, siesei geistig, oder körperlich, in Anspruch zn nehmen pflegen.
Anßer diesen Eigenheiten hatte Mr. Mcrtonn noch eine an-dere, welche seinem Wirthe und Hauptgönner vorzüglich unan-genehm war. Dieser shetländische Magnat, welcher, wie schonerwähnt, von väterlicher Seite aus einer alten norwegischen Fa-milie stammte, indem sich sein Stammvater mit einer dänischenDame verheirathete, war der unmaßgeblichen Meinung, ein GlasGenever oder Nanh sei ein Specificum gegen Sorgen und Trüb-sal aller Art. Das war indeß ein Mittel, zu welchem Mr. Mer-toun nie seine Zuflucht nahm; sein Getränk war Wasser, undWasser allein, und weder Bitten noch Ucberredung konnte ihndazu vermögen, irgend ein stärkeres Getränk, als das reine Quell-wasser, zu kosten. Das war zu viel für Magnus Troil: er sahes als ein Verbrechen gegen die alten nordischen Geselligkeits-Gesetze an, die er für seinen Theil immer so pünktlich beobachtethatte, daß, wenn er auch, wie er behauptete, noch nie betrunkenzu Bette gegangen war (d. h. was er unter betrunken verstand),man doch schwerlich würde haben beweisen können, er hätte sichden Armen des Schlafes je in einem Zustande wirklicher undunbestreitbarer Nüchternheit überlassen. Man könnte daher wohlfragen, was denn dieser Fremde an sich gehabt, um in Gesell-schaft für das Mißvergnügen zu entschädigen, das seine strengenSitten und seine Enthaltsamkeit verursachten? — Er hatte erst-lich ganz das Betragen und die Wichtigkeit, welche einen Mannvon einiger Bedeutung bezeichnen, und obgleich man muthmaßen