4
müthig gegen seine Unterthancn und wohlwollend gegen Fremde.Er stammte von einer alten und edlen norwegischen Familie ab,ein Umstand, welcher ihn bei den nieder« Klassen um so belieb-ter machte, da sie meistens eben diesen Ursprung haben, wäh-rend die andern Lairds oder Grnndeigenthiimer gewöhnlichschottischen Ursprungs sind, und damals noch als Fremde undunrechtmäßige Besitzer angesehen wurden. Magnus Troil,der jetzige Grundbesitzer, der seine Abstammung von dem Gra-fen herleitete, welcher als Gründer von Jarlshof angesehenwurde, war ganz besonders dieser Meinung.
Die jetzigen Bewohner von Jarlshof hatten bei verschiedenenGelegenheiten Beweise des Wohlwollens und der Zuneigungdes Grundbesitzers empfangen. Als Mr. Mertvun, so hießder jetzige Bewohner des alten Schlosses, zuerst in Shetlandankam, einige Jahre vor dem Anfänge dieser Geschichte, wurdeer in dem Hause des Mr. Troil mit der warmen und herz-lichen Gastfreundschaft empfangen, wegen welcher diese Inselnin hohem Rufe stehen. Niemand fragte ihn, woher er käme,wohin er ginge, warum er einen so entlegenen Winkel desReiches besuche, oder wie lange er wahrscheinlich bleiben würde.Er kam als ein gänzlich Fremder hier an, gleichwohl aberdrängte sogleich eine Einladung die andere; jedes Hans, daser besuchte, war, so lange er darin bleiben wollte, wie seineigen; er lebte darin wie ein Mitglied der Familie, unbeachtetund unbeachtcnd, und dieß so lange, bis er es für gut hielt,ein anderes Haus zu seinem Aufenthalte zu wählen. Diese an-scheinende Gleichgültigkeit gegen Rang, Stand und Eigenschaf-ten des Gastes entsprang bei seinen wohlwollenden Wirthenkeineswegs aus Theilnahmlosigkeit, denn die Inselbewohnerhatten ebenfalls ihr Thcil natürlicher Neugier, aber ihr Zart-sinn hielt cs für einen Eingriff in die Rechte der Gastfreund-