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Syddall, der mcincn Blick zu verstehen schien, erbot sich, mirMatratzen und Betten zu holen. Ich nahm es an, entließ meinenDiener, und gebot ihm, mich vor sieben Uhr am nächsten Morgennicht zu stören.
Sie entfernten sich, mich meinen schmerzlichen, unzusammen-hängenden Gedanken überlassend, bis die erschöpfte Natur der Ruhebedürfen würde.
Mit Gewalt suchte ich mein Gemüth von der sonderbaren Lageabzuziehen, in der ich mich befand. Gefühle, die ich entschlossenbekämpft hatte, so lange der Gegenstand, der sie erregte, entferntwar, wurden jetzt durch die Nähe Derjenigen gereizt, von welcherich bald auf immer getrennt werden sollte. Ihr Name stand injedem Buche, das ich zu lesen versuchte, und ihr Bild drängte sich inmeine Gedanken, womit ich sie auch zu beschäftigen strebte. Bald gabich diesen Gedanken nach, bald bekämpfte ich sie; zuweilen überließich mich einerweichen, hingebenden Wchmuty, die mir eigentlichnicht natürlich war; dann waffnete ich mich wieder mit dem ver-letzten Stolze eines Mannes, der sich unverdient zurückgesetzt glaubt.Ich ging auf und nieder, bis ich mich in einem fieberhaften Zustandebefand. Ich warf mich dann auf das Lager, und versuchte zu schla-fen; allein vergebens trachtete ich, ruhig zu werden; vergebens lagich so still, als wäre ich todt, und suchte dadurch einzuschlafen, daßich zählte. Mein Blut wallte fieberhaft, und klopfte gleich Strö-men flüssigen Feuers in den Adern.
Endlich stand ich auf, öffnete das Fenster, und sah im HellenMondlicht hinaus; und die ruhige Klarheit der Nacht gewährtemir wenigstens zum Lheil jene Erfrischung und Zerstreuung, die ichdurch eigenen Willen nicht erlangen konnte. Als ich mich wiederauf mein Lager warf, war, der Himmel weiß es, mein Herz nichtleichter, aber standhafter und mehr zum Dulden entschlossen. DerSchlummer beschlich mich bald, dennoch blieb meine Seele noch im-