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2 (1851) Robin der Rothe
Entstehung
Seite
248
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Vcrnon war ein eifriger Katholik, der bcn Wcg des Heils fürzu schmal hielt, als daß ein Ketzer ihn betrctenköunte, und Diana,für welche ihres Vaters Sicherheit seit vielen Jahren die ersteTriebfeder ihrer Gedanken, Hoffnungen und Handlungen gewesenwar, glaubte, ihre Pflicht erfüllt zu haben, wenn sic nicht nur ihrweltliches Eigenthum, sondern auch die thcuersten Neigungen ihresHerzens, seinem Willen opferte. Es war jedoch nicht zu verwun-dern, daß ich in einem solchen Augenblicke diese chrcnwerthen Be-weggründe nicht würdigen konnte; indessen äußerte sich mein Un-muth nicht auf unedle Weise.

Ich bin also verschmäht," sagte ich zu mir selbst, als ichBcrnon's Milthcilungen erwog;ich bin verschmäht, und manhält mich sogar für unwürdig, mit ihr zu reden. Mag sein! Siesollen mich wenigstens nicht abhalten, für ihre Sicherheit zu sorgen.Hier will ich Wache halten, und so lange sie sich unter meinemDache befindet, soll ihr keine Gefahr drohen, die der Arm eines ent-schlossenen Mannes abzuwenden vermag."

Ich ricfSpddall. Er kam, aber in Begleitung des zudring-lichen Andrew, der von großen Dingen träumte, seitdem ich dasHaus in Besitz genommen, und entschlossen war, dadurch nichts zuverlieren, daß er sich nicht oft genug zeigte; und wie dies bei Leutenmit eigennützigen Absichten oft geschieht, schoß er über das Ziel hin-aus, und machte seine Aufmerksamkeiten lästig. Seine unver-langte Gegenwart hinderte mich, offen mit Syddall zu sprechen,und ich wagte es nicht, ihn wcgzuschicken, aus Furcht, den Arg-wohn zu vermehren, der früher bei der plötzlichen Entfernung ausder Bibliothek in ihm entstanden sein konnte.Ich werde hierschlafen," sagte ich, und gab Befehl, ein altfränkisches Ruhebettnäher an's Fenster zu rücken.Ich habe viel zu lhun, und werdemich erst spät niederlcgen."