Druckschrift 
2 (1851) Robin der Rothe
Entstehung
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Achtzehntes Kapitel.

Des Schicksals Hand faßt jcht dcn Vorhang,Und gibt der Sccnc Licht.

Do» Sebastian.

Ich fühlte mich bei ihrer Entfernung betäubt und erstarrt.Wenn die Einbildungskraft bei einem geliebten Gegenstände ver-weilt, zeigt sie denselben nicht allein in dem schönsten Lichte, son-dern auch in dem, worin wir ihn am liebsten erblicken. Diana'sBild schwebte mir vor, wie sie war, als ihre Abschicdsthräne aufmeine Wange fiel, als ihr Andenken, mir von Mac-GregorsFrau eingehändigt, ihren Wunsch andcutete, die Erinnerung anmeine Zuneigung in Verbannung und klösterliche Einsamkeit mitzu-nchmen. Ich sah sie wieder, und ihr kaltes, Hingehendes Wesen,das wenig mehr als stille Schwermuth ausdrückte, täuschte meineErwartung, und verletzte mich beinahe. In meinem selbstsüchti-gen Gefühle beschuldigte ich sie der Gleichgültigkeit der Un-empfindlichkeit. Ich gab ihrem Vater Stolz, Grausamkeit, Fana-tismus Schuld, und vergaß, daß Beide ihren Vortheil, undDiana auch ihre Neigung, dem aufopferten, was sie für ihrePflicht hielten.