Druckschrift 
2 (1851) Robin der Rothe
Entstehung
Seite
227
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dem wchmüthigcn, sich selbst aufgebenden, womit er jetzt jene trost-losen Worte aussprach. Er gab mir Nachricht von dem Inhalteseines letzten Willens, und theilte mir eine beglaubigte Abschriftdavon mit. Das Original hatte er bei dem Richter Jnglewood nie-dergclegt, der, von Niemand gefürchtet, als eine Art neutralerPerson das Vertrauen Aller besaß, und so der Bewahrer einerMenge Instrumente geworden war.

Den größten Theil seiner letzten Stunden widmete mein Oheim,unter Leitung des Caplans der Sardinischen Gesandschaft, dem wirmit einiger Schwierigkeit die Erlaubniß verschafften, ihn zu be-suchen, den Andachtsübungen, welche sein Glaube vorschreibt.Man konnte nicht bemerken, daß er an einer Krankheit starb, diein der Medizin einen Namen führt. Er schien durch körperliche An-strengung und Gemüths-Kummer aufgerieben, und hörte mehr aufzu sein, als daß er einen wirklichen Todeskampf erlitt; einem Schiffegleich, das, von Stürmen herumgeworfen, in seinen Fugen aus-einandcrgeht und zuweilen leck wird und untersinkt, obgleich keineaugenscheinliche Ursache seiner Zerstörung vorhanden ist.

Es war ein merkwürdiger Umstand, daß mein Vater, nach-dem er seinem Bruder die letzten Pflichten erwiesen hatte, plötzlichein lebhaftes Verlangen äußerte, daß ich dem Testamente gemäßhandeln und die Familienrechtc vertreten sollte, die für ihn bis da-hin nicht den geringsten Reiz zu haben schienen. Er hatte aber,gleich dem Fuchse in der Fabel, nur verachtet, was er nicht erreichenkonnte, und seine heftige Abneigung gegen Rashleigh, der lautdrohte, seines Vaters Verfügung anzugreifen, verstärkte ohneZweifel sein Verlangen, dieselbe aufrecht zu erhalten. Er sei vonseinem eigenen Vater höchst ungerechter Weise enterbt worden, be-hauptete mein Vater; das Testament seines Bruders hätte dieKränkung, sogar das Unrecht, vergütet, und den Ueberrest des

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