Druckschrift 
2 (1851) Robin der Rothe
Entstehung
Seite
191
Einzelbild herunterladen
 

erwiderte:Ich kann's nicht nehmen, Robin, mag nichts damitzu thun haben; es kann kein Segen dabei sein. Ich habe heutezur Gnüge gesehen, auf welchem Wege Ihr zu Eurem Geldekommt. Unrecht Gut gedeiht nicht. Gerade herausgesagt, ichwill nichts damit zu thun haben es sicht aus, als ob Blut daranklebte."

Meiner Lreu'!" sagte der Geächtete mit einer Gleichgültig-keit, die vielleicht nicht ganz aufrichtig war," 's ist gutes französi-sches Gold, und war vorher nie in eines Schotten Beutel. Sehtes an es sind lauter Louisd'ors, schön und glänzend, wie sic ausder Münze kommen."

Desto schlimmer, desto schlimmereben darum viel schlim-mer, Robin," versetzte Jarvie, seine Augen von dem Golde ab-wendend, obgleich ihm die Finger danach zu jucken schienen, wieCäsar nach derKrone.Empörung ist schlimmer als Hexerei oderRäuberei; das steht in der Bibel."

Kümmert Euch nicht darum, Vetter," sagte der Freibeuter;Ihr kommt ehrlich zu dem Gelde. Kömmt's von dem einen Kö-nige, so könnt Jhr's dem andern geben, wenn Ihr Lust habt. Eswird grade dazu dienen, einen Feind zu schwächen, und in einemPunkte, in welchem der arme König Jacob ohnehin schon derSchwächere ist; denn Gott weiß es, Hände und Herzen hat er genug,aber am Gelde mag's ihm wohl fehlen."

Dann wird er wohl nicht viele Hochländer bekommen, Ro-bin," sagte Mr. Jarvie, indem er seine Brille wieder auf die Nasesetzte, und den Inhalt der geöffneten Rolle zu zählen anfing.

Eben so wenig Niederländer," erwiderte Mac-Gregor, undzog die Augenbrauen zusammen. Er sah mich an, und winkte aufden Stadtvoigt, der, ohne den Spott zu bemerken, mit gewohnterVorsicht jedes Goldstück wog. Nachdem er die Summe zweimalüberzählt hatte, Capital und Interessen, gab er drei Goldstücke