Das Gebot des Sultans von Delhi hätte nicht pünktlicher be-folgt werden können. Wirklich wurde mir jetzt ihre wohlgemeinteAufmerksamkeit fast eben so lästig, als früher ihre rauhe Behand-lung. Sie wollten dem Freunde ihres Anführers kaum erlauben,auf seinen eigenen Füßen zu gehen, so eifrig waren sie, mir Hülfeund Beistand zu leisten, und als ich über einen Stein stolperte, denich im Gedränge übersah, ergriffen sie mich endlich mit guter Art,und trugen mich auf ihren Armen triumphirend in das Dorf.
Bei der Ankunft vor dem Wirthshause fand ich, daß Ansehenund Volksgunst in den Hochlanden ihre Beschwerlichkeiten haben,wie überall. Ehe Mac-Gregor in das Haus gelangen konnte, woer Ruhe und Erfrischung genießen wollte, mußte er die Geschichteseiner Flucht weinigstens ein Dutzend Mal erzählen, wie ich voneinem dienstfertigen Greise erfuhr, der sie zu meiner Erbauung mirwenigstens eben so oft verdollmetschte, was ich aus Höflichkeit mitscheinbarer Aufmerksamkeit anhören mußte. Die Versammlungwar endlich befriedigt,'eine Gruppe nach der andern entfernte sich,um auf der Haide oder in den benachbarten Hütten ihr Nachtlagerzu suchen. Manche verwünschten den Herzog und Garschattachin,Andere beklagten das Mißgeschick Evan's von Brigglands, das ersich durch seine Freundschaft für Mac-Gregor zugezogcn, aber Allestimmten darin überein, daß Robin's Flucht selbst sich mit jeder Thatihrer Häuptlinge, seit den Tagen des Dougal-Ciar, dem Gründerseines Stammes, messen dürfte.
Der freundlich gesinnte Geächtete faßte mich nun bei demArme, und führte mich in das Innere der Hütte. Ich blickte inden räuchrichen Winkeln umher, Diana und ihren Begleiter zu su-chen, aber sie waren nirgend zu sehen, und ich fühlte, daß ich durcheine Nachfrage geheime Beweggründe verrathen würde, die besserverborgen blieben. Ich fand kein bekanntes Gesicht, als den Stadt-voigt Iarvie, der auf einem Stuhle am Feuer saß, und eine ge-