Druckschrift 
2 (1851) Robin der Rothe
Entstehung
Seite
172
Einzelbild herunterladen
 

172

Fremde in seinem Organe einem meiner übrigen Vettern; es hattejenen unbeschreiblichen Ton und Ausdruck, an denen man bei denersten Worten den Mann von Verstand und Bildung erkennt.

Er schien meinen forschenden Blicken ausweichen zu wollen.Diana," sagte er mit einem Tone, der Güte und Befehl aus-drückte,gib Deinem Vetter sein Eigenthum, und laß uns hierkeine Zeit verlieren."

Diana hatte unterdessen ein Päckchen hervorgezogcn, und sichvom Pferde zu mir herab biegend, sagte sie mit einer Stimme, inder das Bestreben, ihre gewöhnliche feine Leichtigkeit des Ausdrucksanzunehmen, mit einem liefern, ernster» Tone der Empfindungkämpfte:Ihr seht, lieber Vetter, daß ich zu Eurem Schutzengelgeboren bin. Rashleigh ist genöthigt worden, seine Beute aufzu-gebcn, und hätten wir vorige Nacht das Dorf Aberfoil erreicht, wiees unsere Absicht war, so würde ich einen hochländischen Sylphengefunden haben, der Euch diese Stellvertreter des Handelsreich-thums zugeweht hätte. Aber Riesen und Reiter hatten den Wegversperrt, und irrende Ritter und Fräuleins unserer Lage dürfen,so kühn sie auch sein mögen, sich nicht, wie vor Alters, in unnützeGefahr begeben. Lhut Ihr das auch nicht, lieber Vetter!"

Diana," sagte ihr Begleiter,ich muß noch einmal daranerinnern, daß die Nacht vorrückt, und daß wir noch weit vomHause sind."

Ich komme, ich komme; erwäget," fügte sie mit einemSeufzer hinzu,wie spät ich an Beschränkung gewöhnt wordenbin; überdies Hab' i.ch meinem Vetter das Päckchen noch nicht gege-ben und ihm Lebewohl gesagt für immer!Ja, Frank," fuhrsie fort,für immer! Es liegt ein Abgrund zwischen uns einAbgrund gewissen Verderbens. Ihr dürft uns nicht folgen, wo-hin wir gehen was wir thun, daran dürft Ihr keinen Thcil neh-men, Lebt wohl! Seid glücklich!"