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2 (1851) Robin der Rothe
Entstehung
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grausam, und als die erste Regung der Unruhe vorüber war, erin-nerte sie mich an die begeisterten Heldinnen, die ich in den katholi-schen Kirchen in Frankreich gesehen hatte. Für eine Judith warsie freilich nicht schön genug, auch hatte sie in ihren Zügen nicht de»beseelten Ausdruck, welchen die Maler cinerDeboragabcn, oderdem Weibe Hebcr's des Kcniters, zu dessen Füßen der gewaltigeUnterdrücker Israels, der da wohnete zu Haroscheth, im Landeder Heiden, sich niederbcugte, sank und starb. Dessen ungeachtetgab die Begeisterung, von der sie bewegt war, ihrem Gesichte undihrem Benehmen, die an und für sich schon von einer wilden Erha-benheit waren, viel Aehnlichkeit mit den Bildern jener wundervol-len Künstler, welche die Heldinnen der heiligen Schrift darstellen.

Ich war zweifelhaft, wie ich eine so ungewöhnliche Frau anre-dcn sollte, als Mr. Jarvie nach einem vorbereitenden Husten (denndie Eile, mit der er vor sie geschleppt worden war, hatte ihm aber-mals den Athene geraubt) das Eis brach und also zu ihr sprach:Ich bin sehr glücklich, daß ich diese frohe Gelegenheit habe (einZittern seiner Stimme widersprach dem Nachdrucke, den er absicht-lich auf das Wort frohe legte), diese frohe Gelegenheit," wieder-holte er, und suchte dem Beiworts einen angemessenen Ton zu ge-ben,meines Vetters Frau einen guten Morgen zu wünschen.Wie geht's Euch?" (Er hatte sich jetzt in seine gewöhnliche Weisehineingeschwatzt, die ein Gemisch von Vertraulichkeit und Eigen-liebe zeigte.)Wie ist's Euch die lange Zeit her gegangen?Ihr werdet mich vergessen haben, Mrs. Mac-Gregor Campbell,als Euren Vetter hm, hm, aber Ihr erinnert Euch dochmeines Vaters, des Vorstehers Nicol Jarvie auf dem Salzmarktein Glasgow? Er war ein ehrlicher Mann und zuverlässig, und ach-tete Euch und die Eurigen. Wie ich sagte, cs freut mich sehr,Euch Mrs. Mac-Gregor Campbell, als meines Vetters Weib zusehen. Ich würde mir die Freiheit eines Verwandten nehmen, und