Druckschrift 
2 (1851) Robin der Rothe
Entstehung
Seite
133
Einzelbild herunterladen
 

Schultern, und da sich nun mehrere Hochländer um »ns versammel-ten, ging er den Weg hinab, und wies die Andern an, uns, undnamentlich Jarvie, den nöthigen Beistand beim Heruntcrsteigcn zuleisten. Vergebens aber strengte Andrew seine Lunge an, um Dou-gal's Schutz zu gewinnen, oder wenigstens durch dessen Vermitt-lung wieder zu seine» Schuhen zu gelangen.

Nein, nein," antwortete Dougal;der ist sicher nichtsVornehmes; seine Vorfahren sind auch barfuß gegangen, oder ichmüßte mich sehr irren." Und indem er es Andrew überließ, unsnach seinem Gefallen zu folgen, oder vielmehr nach dem Gefallenderer, die ihn umgaben, zog er uns den Fußpfad entlang, aufdem das Gefecht Statt gefunden hatte, und eilte, uns als neueGefangene vor die Anführerin seiner Schaar zu bringen.

Wir wurden also vor sie geschleppt, und Dougal schrie undstritt dabei, als wenn er das größte Unrecht zu besorgen gehabthätte, und wies mit Drohung und Gewalt alle Die zurück, die sicheinen nähern Antheil an unserer Gefangenschaft anmaßten, als erselbst zu wollen schien. Endlich standen wir vor der Heldin desTages, deren Acußercs, die Wahrheit zu gestehen, mir eben soviel Besvrgniß verursachte, als die wilden, rauhen und kriegeri-schen Gestalten, die uns umringten. Ich weiß nicht, ob HeleneMac-Gregor thätigen Antheil an dem Streite genommen hatte;aber die Blutflecken aus ihrer Stirn, ihren Händen und nacktenArmen, das blutige Schwert, das sie in der Hand hielt dieRöthe ihrer Wangen und die zerstörten Rabenlocken, die unter ih-rer rothen Mütze hervorquollen, Alles schien anzudeuten, daß siewirklich mit im Kampfe gewesen war. In ihren scharfen dunkelnAugen und Zügen lag der Ausdruck einer von dem Stolze befriedig-ter Rache und dem Triumphe des Sieges entzündeten Einbildungs-kraft. Dennoch war ihr Betragen nicht entschieden blutdürstig oder