Gesichter der Weiber und Kinder verfinsterten, und sich in ihremMurren vcrriethen.
Erst als wir unfern Marsch antraten, brach die Bosheit der al-tern Bewohner in Worte aus. Das letzte Glied der Mannschafthatte das Dorf verlassen, und verfolgte einen schmalen, unebenenPfad, welchen die Schlitten gebildet hatten, auf denen die Land-leute ihren Rasen und ihre Feuerung fortschaffen, und der durch dieWälder am untern Ende des Sees führte, als ein gellender Ausrufder Weiber sich mit dem Geschrei der Kinder und dem Händeklat-schen vermischte, durch welches die Hochländerinncn ihre Töne ver-stärken, sie mögen wüthen oder klagen. Ich fragte Andrew,der bleich wie der Tod aussah, was das zu bedeuten hätte?
„Ich glaube, das werden wir bald genug erfahren," antwor-tete er. „ Bedeutet? — Es bedeutet, daß die hochländischen Wei-ber die Rothröcke verfluchen und vcrmaledeien, und ihnen und Je-dem, der Sächsisch spricht. Böses wünschen. Ich habe Weiber inEngland und Schottland schimpfen hören — cs ist kein Wunder,wenn man sic überall schimpfen hört — aber solche böse, scharfeZungen, wie diese Hochländerinnen haben — und solche gräßlicheBe-rwünschungen, daß die Leute wie Schafe tollen geschlachtet wer-den, und daß man die Arme bis an die Ellenbogen in ihr Herzbluttauchen solle — und daß sie den Tod von Walter Cuming vonGuiyock*) sterben sollen, von dem nicht so viel übrig blieb, um einenHund satt zu machen, eine so gräuliche Sprache Hab'ich noch nieaus einer Mcnschenkehle gehört. Und wenn nicht der Teufel unter
*) Ein gewaltiger Tyrann seiner Lehnsleute, der bei der Verfol-gung eitler grausamen Absicht in dem Walde von Gnyock, von seinemPferde abgcworfc», mit dem Fuße im Steigbügel hängen blieb, undvon dem wildgewordenen Thicrc geschleift wurde, bis er >» Stücken ge-rissen war. Der Ausdruck: Walter von Gnyock's Fluch - ist sprüch-wörtlich.