113
mit ihm zu sprechen habe; und ich lasse Dich Deiner Wege gehen,und gebe Dir noch fünf Guineen in den Kauf."
„Oh! oh!" riefDougal sehr bekümmert und bestürzt; „siekann's nicht thun — kann's nicht thun! läßt sich lieber hängen."
„Gehängt sollt Ihr also werden, mein Freund, und EuerBlut komme über Euer eigen Haupt. — Corpora! Cramp, machtden General-Prosos — fort mit ihm!"
Der Corpora! hatte dem armen Dougal einige Zeit gegenübergestanden, und mit vielem Aufsehen ein Ende Strick, das er imHause fand, zusammengedreht. Jetzt warf er dem Angeklagtendie Schleife über, und zog ihn mit der Hülfe von zwei Soldaten biszur Thür, wo Dougal, von der Angst vor dem augenblicklichenTode übermannt, ausrief: „Halt! halt! Ihr Herren! — willthun, was Sr. Gnaden verlangen — halt!"
„Fort mit dem Buben," riefJarvie, „er verdient jetzt mehrals je, gehangen zu werden.— Fort mit ihm, Corporal! Warumbringt Ihr ihn nicht weg ? "
„Ich glaube, und ich bin überzeugt, wackerer Sir," versetzteder Corporal, „wenn Ihr gehangen werden solltet, würdet Ihrnicht solche verwünschte Eile haben."
Dieses Iwischengespräch verhinderte mich, zu hören, was derGefangene dem Hauptmanne sagte; doch ächzte ersterer mit sehrniedergeschlagenem Tone: „Und wollt Ihr nicht verlangen, daßich weiter mitgehc, als eben zu zeigen, wo Mac-Gregor ist?Oh! oh!"
„Still mit Deinem Geheul, Du Schelm! Ich gebe Dir meinWort, Dich nicht weiter mirzunehmen. Laßt die Leute vordemHause sich aufstellen, Corporal. Führt die Pferde dieser Herrenheraus, wir müssen sie mit uns nehmen. Ich kann keine Leute ent-behren, sie hier bewachen zu lassen. Kommt Kinder, unter'sGewehr!"
Robin der Rothe. II.
8